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Lebensmittel-Hygiene im Fokus

Geballte haushaltswissenschaftliche Kompetenz: Die 18 Teilnehmer/-innen des "H-Netzwerk"-Treffens in Gießen freuen sich über eine gelungene Veranstaltung

15. H-Netzwerktreffen in Gießen

Erschienen in der  VDOE POSITION 2/2009 

„Die EU-Lebensmittel-Hygiene-VO: Reflexion von Praxis und Leitlinien in sozialen Einrichtungen“ - unter diesem Titel fand am 14. März 2009 die Tagung des „H-Netzwerkes“ in Gießen statt. Dr. Heide Preusse und Insa Deeken hatten die Veranstaltung in bewährter Weise vorbereitet. Die AK-H-Vorsitzende Dr. Pirjo Susanne Schack (Karlsruhe) konnte 18 Teilnehmerinnen und die Referenten Sascha Kühnau (Berlin) und Martina Feulner (Freiburg) begrüßen:

Sascha Kühnau (gelernter Koch, Oecotrophologie-Studium an der FHS Bernburg, freiberuflicher Dozent, Autor und H-Netzwerker in Berlin) führte in das komplexe Feld der EU-Lebensmittel-Hygiene-Verordnung (VO) ein. Er wies darauf hin, dass die Hauptverantwortung für die Lebensmittelsicherheit nach wie vor beim Unternehmer liegt. Sie muss auf allen Stufen der Lebensmittelkette einschließlich der Primärproduktion gewährleistet sein. Die Verantwortlichkeit des Unternehmers sollte durch ein umgesetztes HACCP-Konzept (Hazard Analysis Critical Control Points) sowie eine Gute Hygienepraxis (GHP) gestärkt werden. Seit den Lebensmittelskandalen 2005 und 2006 (Stichwort: Gammelfleisch) ist das Kriterium der Rückverfolgbarkeit als wesentliche Neuerung eingeführt worden.

Martina Feulner (Oecotrophologie-Studium in Gießen, seit 1991 Mitarbeiterin beim Dt. Caritasverband e. V.) arbeitet an der Konzeption einer „Leitlinie für eine gute Lebensmittelpraxis in sozialen Einrichtungen“. Diese Leitlinie erscheint in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e. V. und dem Dt. Caritasverband e. V. unter dem Titel: „Wenn in sozialen Einrichtungen gekocht wird“. Ein zentrales Anliegen der Leitlinie ist nach der Darstellung von Martina Feulner, dass es den Bewohnern entsprechender Einrichtungen ermöglicht werden soll, einen weitgehend selbstbestimmten Alltag zu leben.

Die beiden Diskussionsrunden am Nachmittag beschäftigten sich zum einen mit Kindern und Jugendlichen (z. B. Kindergarten, Zeltlager), zum anderen mit Senioren. Dabei wurde vor allem deutlich, dass in beiden Bereichen künftig ein erheblicher Schulungsbedarf für die dort tätigen Fachkräfte besteht, um Risiken und Mängel in der Praxis zu minimieren.

Dr. Erika Pfannkuch

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