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Leadershipmeeting 2012: Vier Thesen für die Zukunft

Erschienen in VDOE POSITION 4/2012

„Oecotrophologen, Haushalts- und Ernährungswissenschaftler haben gute Berufsaussichten, wenn sie mobil und flexibel sind", so die VDOE-Geschäftsführerin Dr. Elvira Krebs in ihrem einführenden Vortrag zum zweiten VDOE- Leadershipmeeting.Zur Fortsetzung des in 2011 begonnenen Dialogs „Fit für den Arbeitsmarkt“ trafen sich am 9. Oktober 2012 in Freyburg/Unstrut 23 Vertreter von Hochschulen, Arbeitgebern und Studierende.

Die Teilnehmer des VDOE Leadershipmeetings 2012.

„In Sachsen-Anhalt ist das Ernährungsgewerbe mit einer Warenproduktion von acht Mrd. EUR Hauptwirtschaftsfaktor. Deshalb ist der Standort für die Veranstaltung gut gewählt“, so Dr. Michael Heinemann, Geschäftsführender Gesellschafter der Weißenfelser Handels-Gesellschaft mbH und Mitglied des Sprecherrats des Netzwerks Ernährungsgewerbe Sachsen-Anhalt Süd. „Im Jahr 2005 haben wir das Netzwerk gegründet, um die positive Entwicklung der Region weiter voranzutreiben“, so Dr. Heinemann. Zu den Berufsaussichten von Oecotrophologen und Ernährungswissenschaftlern meinte er: „Die vorwiegend mittelständischen Unternehmen können sich keinen großen Mitarbeiterstab leisten. In der operativen Lenkung der Lebensmittelproduktion und im operativen Absatzbereich brauchen wir Generalisten, die den Prozess von der Rohstoffsteuerung über die Produktionsüberwachung und -sicherung bis hin zur Preispolitik begleiten können. Hier sind Oecotrophologen wegen ihrer breiten Ausbildung gefragt. Der Fachkräftemangel nutzt ihnen zusätzlich. Wichtig ist, dass die Absolventen über ein technologisches Grundwissen verfügen.“

„Wer den Job vor der Haustür sucht, der muss Glück haben, um fündig zu werden. Vor allem in den Ballungszentren München, Hamburg, Frankfurt und im Köln-Bonner-Raum sind geeignete Stellen zu finden“, meinte die VDOE-Geschäftsführerin. „Zu den Top-Tätigkeiten zählen seit einigen Jahren die Bereiche QM/QS, Marketing/Vertrieb, Produktion/Produktentwicklung, Wissenschaft/Forschung sowie Ernährungsberatung/-information und Hauswirtschaftsleitung/-management. Hauptarbeitgeber ist mit mehr als 40 Prozent die Lebensmittelbranche.“

Gegessen wird immer

Prof. Dr. Matthias Horst, Hauptgeschäftsführer des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. (BLL) wundert das nicht. Immerhin sei die Ernährungsindustrie Deutschlands viertgrößter Industriezweig. Mit insgesamt über 5.900 Betrieben, 163,3 Mrd. EUR Umsatz und rund 550.000 Arbeitnehmern leiste sie einen wichtigen Beitrag zu Wohlstand, Wachstum und Beschäftigung. „Gegessen wird immer“, erklärte Prof. Dr. Matthias Horst in seinem Impulsvortrag. „Deshalb ist die Branche langfristig recht stabil.“ Sein Resümee: Die Lebensmittelindustrie ist ein relativ sicherer Arbeitgeber und sucht Fachkräfte auf jeder Ebene. Für eine bessere Verständigung zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Verbrauchern spielen Oecotrophologen eine besondere Rolle. Absolventen, die in der schriftlichen und der mündlichen Kommunikation versiert sind und wissen, wie die Medien „ticken“, haben gute Chancen. Sie können zur Aufklärung beitragen und dabei helfen, das Image von Branche und Produkten zu verbessern.

Auch Oliver Harffen, geschäftsführender Gesellschafter in der AFC Personalberatung, sieht den Bedarf. „Wegen der zunehmenden Knappheit an Fach- und Führungskräften wird die Food-Value-Chain immer durchlässiger werden. Ein Karriereweg‚ von Saatgut bis Fast Food eröffnet Absolventen und Absolventinnen zahlreiche Möglichkeiten“, so der Personalexperte. „Oecotrophologen mit ihrem breit gefächertem Studium und dem ganzheitlichen Ansatz sind Generalisten mit vielen Facetten. Sie verstehen die Fachsprache verschiedener Disziplinen und sind deshalb attraktiv für zahlreiche Arbeitgeber.“ Vor allem im Bereich Gesundheitsmanagement, als Bestandteil des Employer Brandings, sieht Oliver Harffen ein zukunftsträchtiges Arbeitsfeld. „Angesichts des Mangels an qualifizierten Fachkräften müssen Unternehmen bessere Arbeitsbedingungen bieten, um für Arbeitnehmer attraktiv zu sein und diese langfristig zu binden. Ein vermehrtes Engagement in der Betrieblichen Gesundheitsförderung ist deshalb zu erwarten. Das könnte ein spannender Tätigkeitsbereich für Oecotrophologen werden“, meinte Oliver Harffen.

Präsentation von Oliver Harffen: "Fit für den Arbeitsmarkt"

Im anschließenden, von Dorle Grünewald-Funk geleiteten Zukunftsworkshop, tauschten sich Vertreter aus Hochschulen, Industrie, Handwerk, Berufsverband und Studierende aus zu Status quo und Zukunft der Oecotrophologie. Schließlich verabschiedeten die Teilnehmer des Leadershipmeetings Thesen zur Zukunft der Oecotrophologie (siehe unten).

 

Welche Rolle spielt der VDOE ?

Für die Teilnehmer am Leadershipmeeting war klar: Der Verband schafft die Verbindung zwischen Hochschulen, Arbeitgeber, Studierenden und Absolventen – er vernetzt und vermittelt. Mit der Fortführung des Leadershipmeetings bietet der VDOE Hochschulen und Arbeitgebern die Plattform für einen regelmäßigen Austausch,um die Aus- und Weiterbildung praxisnah und bedarfsgerecht zu gestalten. Studierende und Absolventen profitieren von beratenden und begleitenden Angeboten des Verbandes zur Gestaltung des eigenen Studiums und der Berufstätigkeit. „Das Leadershipmeeting ist für den VDOE eine wichtige und institutionalisierte Maßnahme, die wir weiterhin als interdisziplinäre Plattform nutzen möchten, um mit den verschiedensten Stakeholdern Erfahrungen auszutauschen und das Wissens- sowie das Ideenmanagement anzuregen“, erklärte Almut Feller, Vorstandsvorsitzende des VDOE, zum Abschluss. „In ca. 15 Monaten werden wir die nächste Veranstaltung in dieser Reihe durch führen.“

Dr. Monika Düngenheim

Die erarbeiteten Thesen zur Zukunft der Oecotrophologie.

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