Eine Nische in der Biobranche

Heike Renner arbeitet als Biokontrolleurin bei einer Öko-Kontrollstelle

 Erschienen in der VDOE POSITION 2/2006

Sie arbeiten als Biokontrolleurin und stellvertretende Kontrollstellenleiterin bei einer Öko-Kontrollstelle. Wie kamen Sie zu dieser Tätigkeit?
Nach Abschluss meines Studiums und einem anschließenden fünfmonatigen Stipendienaufenthalt in Peru habe ich mich im Jahr 2001 auf dem Arbeitsmarkt umgesehen. Auf die offene Stelle als stellvertretende Kontrollstellenleiterin bei der Öko-Kontrollstelle bin ich nach kurzen Recherchen aufmerksam geworden. Die Stelle war beim Arbeitsamt für Absolventen der Lebensmitteltechnologie und -chemie ausgeschrieben. Ich sah in der Stellenbeschreibung meine Studienschwerpunkte im Bereich Gesundheits- und Verbraucherschutz sowie Öko-Landbau wieder. Das hatte mich damals bestärkt, mich als Diplom-Oecotrophologin auf die Stelle zu bewerben.

Was genau macht eine Biokontrolleurin?
In Deutschland kontrollieren staatlich zugelassene Öko-Kontrollstellen die Unternehmen, die Erzeugnisse mit einem Hinweis auf den ökologischen Landbau vermarkten. Dazu beauftragen sie Biokontrolleure, die als Angestellte oder freiberuflich die Kontrollen durchführen. Kontrolliert werden alle Stufen von ökologischen Erzeugnissen entlang der Lebensmittelkette, von der Erzeugung, Verarbeitung bis zur Vermarktung. Je nach Qualifizierung können Diplom-Oecotrophologen neben dem Kontrollbereich "Lebensmittelverarbeitung und Handel" auch für den Kontrollbereich "Import von Bio-Erzeugnissen aus Drittländern" zugelassen werden. Die Kontrollen werden nach einem standardisierten Kontrollprogramm durchgeführt. Dabei wird der gesamte Produktionsprozess vom Wareneingang über die Produktion bis zur Kennzeichnung und dem Warenausgang unter die Lupe genommen. Einen Einblick in die Tätigkeit als Biokontrolleur erhalten Sie über unsere Homepage unter Externer Link, öffnet in neuem Fenster http://www.pruefverein.de/.

Was darüber hinaus sind Ihre Aufgaben?
Als stellvertretende Kontrollstellenleiterin führe ich jährlich selbst einen gewissen Umfang an Betriebsinspektionen durch. Neben der Kontrolltätigkeit gehören alle anfallenden Arbeiten in der Geschäftsstelle zu meinen Tätigkeiten. Das sind die Vorbereitung und Planung des Kontrolljahres, die Beauftragung der Kontrolleure, die Beurteilung und Zertifizierung der kontrollierten Betriebe, die Ausarbeitung von Fachrecherchen und der Kontakt zu den Behörden.

Welche Zusatzqualifikationen mussten Sie erwerben?
Für die Zulassung als Kontrolleurin habe ich neben der Einarbeitungszeit in der Geschäftsstelle und einigen begleiteten Kontrollen keine weiteren Zusatzqualifikationen nachweisen müssen. Für den Bereich "Import aus Drittländern" hingegen waren Auslandserfahrungen notwendig. Meine Berufsausbildung und Berufserfahrung als CTA waren sicherlich hilfreich für meine Einstellung.

Ist Ihr Arbeitsfeld für Oecotrophologen geeignet?
Ich finde, ja. Vor allem, wenn eine Qualifizierung im Bereich Lebensmittelqualität und Verarbeitung sowie Qualitätssicherung vorliegt. Der Umgang mit Managementsystemen und Warenwirtschafts-EDV gehört heute zum Kontrollalltag. Aber auch Schwerpunkte in der Beratung sind für die Durchführung der Kontrolle von Vorteil.

Sehen Sie Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich Bio?
Ja, der Markt für ökologische Erzeugnisse erfährt seit vielen Jahren einen kontinuierlichen Aufschwung. Ich sehe hier weiterhin auch für Oecotrophologen große Chancen.

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Interview mit:

Heike Renner

 

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