Verband der Oecotrophologen e.V. (VDOE)
Reuterstr. 161
53113 Bonn
Tel.: 0228 28922-0
Fax: 0228 28922-77
vdoe~vdoe.de
www.vdoe.de
Sie sind hier: Start / Studium, Praktikum, Beruf / Berufsporträts
POSITION: Herr Rath, was ist Ihre Lieblings-BIONADE?
Rath: Das wechselt. Zurzeit ist es die Kräuter-BIONADE. An heißen Sommertagen ist die unglaublich durstlöschend und erfrischend. Dazu ein Spritzer Limette und etwas Minze – einfach lecker!
POSITION: ... und welche Sorte verkauft sich am besten?
Rath: Holunder! Die Deutschen lieben Holunder. Der Anteil von Holunder liegt bei 40 %! Holunder und Litschi waren übrigens die beiden ersten BIONADE-Sorten. Eine x-te Orangenlimonade im Regal – das hätte wirklich niemand gebraucht. Man hat damals bewusst Geschmacksrichtungen gewählt, die untypisch für eine klassische Limonade sind.
POSITION: Das hätte schiefgehen können.
Rath: Das ist immer so, wenn man Neuland betritt. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Der Erfolg des Produktes ist das Ergebnis einer großartigen Idee und harter Entwicklungsarbeit – und letztlich gehörte auch ein Quäntchen Glück dazu. Mit seiner innovativen Idee, auf der Basis des Brauprozesses ein Erfrischungsgetränk herzustellen, hat Unternehmensgründer Dieter Leipold ein Produkt geschaffen, das es in dieser Form noch nicht gab. In einer Zeit, in der gesunde Ernährung und nachhaltiger Konsum für Verbraucher immer wichtiger wurden, hat BIONADE zudem perfekt zum Zeitgeist gepasst.
POSITION: Als Produktmanager eines Bioproduktes müssen sie Bio und Business verbinden. Fällt Ihnen das schwer?
Rath: Diesbezüglich bin ich mit mir im Reinen. Wer Bioprodukte verkaufen will, muss sie ansprechend präsentieren. Wem nutzt es, wenn sie irgendwo in der Nische verschwinden? Der Verbraucher muss Bioprodukte auch im normalen Supermarkt bekommen, ohne dass er ein zweites oder drittes Geschäft ansteuern muss. Unser Geschäftsführer Peter Kowalsky hat unser Verhältnis von Bio und Business in folgendem Satz treffend formuliert: „Wir wollen mit Anstand gegenüber Mensch und Natur wirtschaften.“ Das beginnt bei unserem Produkt und schließt natürlich auch unsere Unternehmenskultur ein. So verwenden wir z. B. ausschließlich natürliche Aromen, Extrakte und Säfte, die zu 100 % aus ökologisch zertifiziertem Anbau stammen. Wir arbeiten daran, unseren „Umweltverbrauch“ zu minimieren. Unsere Haltung kommt aber auch in unseren zahlreichen Corporate Social Responsibility-Aktivitäten zum Ausdruck – z. B. im Engagement für unsere bislang 11 „Trinkwasserwälder“ für den Schutz des Trinkwassers. Auch in unserer Unternehmenskultur versuchen wir, anders als andere zu sein – indem wir nach wie vor einen sehr offenen, herzlichen Umgang miteinander pflegen.
POSITION: Bezieht sich dieses Anderssein auch auf das Produktmanagement?
Rath: Auch da machen wir Dinge bewusst anders, als andere es tun – ganz gleich, ob in der Werbung, im Vertrieb oder in anderen Bereichen. Das unterscheidet uns. Das beste Beispiel dafür ist unsere Art der Kommunikation, nach innen und nach außen. Verbraucheranfragen z. B. beantworte ich immer noch persönlich. Welcher andere Produktmanager in der Getränkeindustrie würde das noch tun? Wir gehen bewusst auf jede Frage ein und versuchen so, mit den Verbrauchern ins Gespräch zu kommen. Für unser Reklamationsmanagement gilt natürlich das Gleiche.
POSITION: Ist Ihr Job nach 4 Jahren immer noch ein Traumjob?
Rath: Natürlich hat sich einiges verändert, vieles ist Routine geworden, und die rosa Brille trage ich seltener. Aber meine Aufgaben und die Zusammenarbeit mit den Kollegen machen mir nach wie vor viel Spaß. Ich hatte 2004 die Möglichkeit, zu einem Zigarettenhersteller zu gehen. Das habe ich abgelehnt. Ich wusste, ich brauche ein Produkt, mit dem ich mich voll und ganz identifiziere. Heute kann ich mit gutem Gewissen nach Hause gehen und sagen: Ich habe einen guten Job gemacht. Insofern ist das bei mir eine ganz grundlegende Haltung: Ich habe eine Aufgabe, hinter der ich voll und ganz stehe.
POSITION: Ist so viel Glück dem Zufall zu verdanken?
Rath: Ich habe mich schon früh – bereits im Studium – mit dem Thema der späteren Berufswahl beschäftigt, mich informiert und hinterfragt: Was möchte ich später wirklich machen, was entspricht meinen Interessen und meiner Person? Viele Jahre lang unglücklich im Labor oder hinter einem Schreibtisch zu sitzen, ist das Schlimmste, was einem passieren kann. Studierenden und Berufsanfängern kann ich nur empfehlen, sich über Praktika oder andere Aktivitäten außerhalb des Studiums eine gute Entscheidungsgrundlage für die Berufswahl zu erarbeiten.
Das Gespräch führte Dr. Friedhelm Mühleib
Position: Produktmanager
Arbeitgeber: BIONADE GmbH
Ausbildung: Dipl.-Oecotroph. Uni Bonn
Mehr Infos zum Unternehmen: www.BIONADE.de
© Verband der Oecotrophologen e.V. (VDOE)