Verband der Oecotrophologen e.V. (VDOE)
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Erschienen in der VDOE POSITION 1/2006
Sie arbeiten als Projektleiterin in der Gesundheitsforschung. Was führte Sie in diesen Arbeitsbereich?
Während meiner Hospitanz bei der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (gtz) führte ich meine erste Feldstudie auf einer Teeplantage in Indonesien durch. Diese Erfahrung und die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Entwicklungshilfe lösten bei mir ein starkes Interesse für die Public Health-Forschung aus. Es folgten weitere epidemiologische Feldstudien und das Aufbaustudium Public Health. Insbesondere die Gesundheitsforschung hatte meine Leidenschaft geweckt.
Wie sieht Ihr Berufsalltag aus?
Ich plane und konzipiere große, überwiegend bevölkerungsrepräsentative Studien. Nach Auftragserteilung erfordert mein Arbeiten viel Koordinations- und Organisationsgeschick. Mein Berufsalltag besteht daher in erster Linie aus Koordinieren und Organisieren. Meine Aufgabe ist es, den wissenschaftlichen Ansprüchen der Studie und der praktischen Umsetzung gleichermaßen gerecht zu werden. Neben diesen sehr teamorientierten Aufgaben kann ich mich auch inhaltlich und methodisch mit den Studienthemen auseinandersetzen. Ein Projektabschluss endet mit einem schriftlichen Bericht und meist mit einer persönlichen Präsentation der Ergebnisse. Neben der klassischen Schreibtischarbeit, die sehr abwechslungsreich ist, schule ich Interviewer und referiere über Studienergebnisse.
Welche Qualifikationen sind für Ihre Tätigkeit entscheidend?
Sehr von Vorteil für meine jetzige Tätigkeit ist, dass mir die Strukturen an Hochschulen bzw. öffentlichen Einrichtungen bekannt sind. Wissenschaftliches Arbeiten ist mir durch meine Promotion vertraut. Ich kann den Auftraggebern mit meiner fachlichen Expertise und nicht nur mit meinen Kenntnissen der Marktforschung glaubhaft begegnen. Meine Zusatzqualifikation als Master of Public Health war für meine jetzige Tätigkeit ausschlaggebend. Mein Chef wurde im Rahmen einer Vorlesungsreihe auf mich aufmerksam. Inzwischen hat sich der Kreis wieder geschlossen: Ich referiere mittlerweile selbst über die empirische Gesundheitsforschung im Studiengang Public Health in München.
Würden Sie wieder Oecotrophologie studieren?
Ja, grundsätzlich würde ich wieder Oecotrophologie studieren. Ich denke, dass dieses breit angelegte interdisziplinäre Studium für viele Bereiche qualifiziert. Wichtig ist dennoch, schon im Laufe des Studiums einen Fokus auf eine bestimmte Richtung zu setzen. Meiner Meinung nach sind Oecotrophologen oft viel zu bescheiden und stellen ihr Licht unter den Scheffel. Ich wünsche mir, dass das Berufsbild der Oecotrophologen in der Öffentlichkeit greifbarer wird.
Welche Chancen sehen Sie für Oecotrophologen in der Ernährungsepidemiologie?
Die Chancen für Oecotrophologen in der Ernährungsepidemiologie und Marktforschung sind gut, wenn man eine große Neugierde und Offenheit mitbringt. Gerade haben wir im Rahmen der Nationalen Verzehrstudie II über 20 Oecotrophologen für die Feldstudie eingestellt. Dabei haben diejenigen überzeugt, die sich mit der Sache identifizieren konnten. Begeisterungsfähigkeit, Offenheit, Teamfähigkeit und Neugierde sind Grundvoraussetzungen für die Marktforschung. Bringt man darüber hinaus noch ein hohes Maß an analytischem Denken und Engagement mit, eröffnen sich in diesem Bereich sehr interessante Perspektiven.
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