Verband der Oecotrophologen e.V. (VDOE)
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Erschienen in der VDOE POSITION 4/2008
Frau Brand, sie haben als Oecotrophologin Karriere im Facility-Management gemacht. Was fasziniert sie an dieser Aufgabe?
Die Vielfalt der Aufgaben im Facility-Management (kurz FM) umfasst ein ausgesprochen breites Spektrum von Aufgaben und Tätigkeiten. In meiner jetzigen Position bin ich z. B. verantwortlich für einen bestimmten Kunden- und Mitarbeiterstamm, für den ich in der Kundenbetreuung, Personalführung und im kaufmännischen Bereich tätig bin. Das ist eine permanente Herausforderung, die viele Entwicklungsmöglichkeiten bietet.
Was genau macht ein Facility-Manager?
Das FM kümmert sich um all jene Managementbereiche, die das Kerngeschäft eines Unternehmens nicht zentral betreffen. Dazu gehören z. B. die Instandhaltung, Reinigung und Bewachung von Anlagen und Gebäuden über Betriebskostenabrechnungen bis hin zur Verpflegung der Mitarbeiter. Den "typischen" Facility-Manager gibt es übrigens nicht. So vielfältig wie die genannten unterschiedlichen Aufgabenbereiche sind auch die Tätigkeiten des Facility-Managers. Die WISAG Gebäude- und Industrieservice - bei der ich tätig bin - betreut vorwiegend Kunden mit Industrie- und Verwaltungsgebäuden. Wir kümmern uns dabei in erster Linie um die Gebäudetechnik und deren Instandhaltung.
Wie kommt man als Oecotrophologin ins Facility-Management?
Inzwischen ist FM ja bereits Bestandteil des Angebotes verschiedener Studiengänge der Oecotrophologie. Das Berufsfeld gehört also eigentlich zum Standard. So vielfältig, wie die Aufgaben eines Facility-Managers sind, kann auch der Berufseinstieg sein. Ich habe mich schon im Studium der Hauswirtschaft zugewandt und an einem Internationalen Semester an der FH Münster teilgenommen, wo verschiedene Aspekte des FM vermittelt wurden. Nach einer Projektarbeit zur Entwicklung einer Unterstützungssoftware für FM-Prozesse trat ich meine erste Stelle an bei einem Unternehmen, das solche Software vertreibt. Dort ergab sich der Kontakt zu meinem jetzigen Arbeitgeber - wo ich als Sachbearbeiterin begann und über die Stationen Projektleitung und Vertrieb vor einem Jahr zur Bereichsleiterin aufsteigen konnte.
Gibt es eine Nische für Oecotrophologen im Arbeitsmarkt für Facility-Manager?
Absolventen des haushaltswissenschaftlichen Zweiges der Oecotrophologie finden ihre berufliche Heimat ja häufig im Rahmen von Unterstützungsprozessen bei Unternehmen oder Organisationen (z. B. Hauswirtschaftsleitung im Krankenhaus). Das läuft dort zwar nicht unter der Bezeichnung FM, ist aber eigentlich das Gleiche. In unserem Unternehmen, das bundesweit inzwischen immerhin 24.000 Mitarbeiter beschäftigt, sind Oecotrophologen immer noch die Ausnahme. Auch in vergleichbaren Unternehmen habe ich persönlich leider noch kaum Oecotrophologen getroffen. In diesen Unternehmen gibt es für interessierte und entsprechend ausgebildete Oecotrophologen aber sicher die eine oder andere Chance.
Welche Voraussetzungen sollten Oecotrophologen mitbringen, die ins Facility-Management einsteigen möchten?
Wer sich für den Berufsweg interessiert, sollte durch Praktika, Diplom- oder Projektarbeiten möglichst früh und viele Erfahrungen sammeln. Wichtig sind neben Kenntnissen im technischen Bereich auch "weiche Faktoren" wie Kundenorientierung und die Bereitschaft, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.
Das Gespräch führte Dr. Friedhelm Mühleib

Kerstin Brand ist Facillity Managerin bei einem der grüßten deutschen Dienstleister rund um die Immobilie, sieht gute Chancen für Oecotrophologen in diesem Berufsfeld.
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