Verband der Oecotrophologen e.V. (VDOE)
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Erschienen in VDOE POSITION 3/2011
Seit dem letzten Strategieworkshop setzt der VDOE einen noch stärkeren Fokus auf Hochschulen und Nachwuchskräfte. Im Spannungsfeld zwischen Oecotrophologen-Schwemme und Fachkräfte-Mangel, gleichzeitig steigendem und sinkendem Gesundheitsbewusstsein, einem immer schnelleren Wandel von Informations- und Kommunikationstechnologien sowie der Bedeutung mittelständischer Unternehmen (nicht nur) in Deutschland ist der Stellenwert eines „professionellen Zukunftsmanagements“ für den Berufsverband weiter gewachsen.
Am 14. Mai 2011 trafen sich im Schloss Rauischholzhausen auf Initiative des VDOE Vertreter von Hochschulen, Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowie zwei Leiterinnen der Studentischen VDOE-Gruppen, um folgende Fragestellungen intensiv zu diskutieren: „Wie machen wir Oecotrophologen, Haushalts- und Ernährungswissenschaftler fit für den Arbeitsmarkt?“ und „Wie finden Arbeitgeber Topnachwuchskräfte für die Zukunft?“ Von Lawrence J. Peter, dem Erfinder des „Peter-Prinzips“, stammt der Satz: „Fehler vermeidet man, indem man Erfahrung sammelt. Erfahrung sammelt man, indem man Fehler macht.“ Unter diesem Motto wurden insbesondere die Umstellung der Hochschulen auf den Bachelor, das unübersichtliche Angebot bezüglich der Besonderheiten der einzelnen Hochschulen, die budgetären Zwänge sowie die zunehmende „Verschulung“ bzw. die fehlende obligatorische praktische Ausbildung kritisch betrachtet. Die Vertreter der Arbeitgeber betonten, gerade Praktika seien wichtig, um Erfahrungen zu sammeln, die Umsetzung von Hochschulwissen zu erlernen und um Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen.
Wirtschaft bietet noch immer viele Chancen
Ernährungswirtschaft und Pharmabranche bieten traditionell die meisten Arbeitsplätze für Oecotrophologen an. Dort werden leistungsbereite und leistungsfähige Mitarbeiter gesucht, die über ein hohes Maß an Leidenschaft, Kreativität und Flexibilität verfügen und gerne in wechselnden, heterogenen, auch internationalen Projektteams arbeiten. Die Chancen für Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie die Bezahlung sind sehr gut. Dabei konkurrieren die Oecotrophologen immer noch stark mit Abgängern anderer Disziplinen um die vorhandenen Stellen. Trotzdem ist dabei das Potenzial für die Einstellung weiterer
Oecotrophologen bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Deshalb gilt es, Haushalts- und Ernährungswissenschaftler bereits im Studium noch besser auf die Arbeitswelt vorzubereiten.
Nach wie vor scheuen einige Berufsein steiger eine Karriere in der Wirtschaft. Kontakt- und Informationsbörsen an den Hochschulen, aber auch das Engagement der 5 studentischen VDOE-Vertretungen haben bereits für mehr Aufklärung gesorgt. Zukünftig will der Verband über Hochschulpatenschaften gemeinsam mit Professoren und engagierten Kollegen vor Ort über die verschiedenen Tätigkeitsfelder praxisnah informieren und Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern herstellen. Auf diese Weise soll kommuniziert werden, dass es neben „Ernährungsberatung“ noch viele weitere interessante Arbeitsgebiete gibt. Die Netzwerke des VDOE tragen zusätzlich zum fachlichen und informellen Austausch über die jeweiligen Themen bei – seit Jüngstem gehört dazu auch das neu gegründete
Netzwerk Wirtschaft.
Austausch wird fortgesetzt
Das Leadership-Meeting hat viele interessante Aspekte angesprochen, Perspektivenwechsel aufgezeigt und auch die Notwendigkeit verdeutlicht, noch mehr über den Tellerrand zu schauen und sich stärker als bisher zu vernetzen. Die Teilnehmer waren sich einig: Der interdisziplinäre Austausch von Hochschulvertretern, Arbeitgebern, Studierenden und Arbeitnehmervertretern muss nach diesem ersten Schritt, der als „Auftaktveranstaltung“ im kleinen Kreis konzipiert war, regelmäßig geführt werden, um vor allem den Interessen der Studierenden und den Anforderungen für den Arbeitsmarkt von morgen gerecht zu werden. Ein weiterführender interdisziplinärer Workshop gilt deshalb jetzt schon als beschlossene Sache – die POSITION wird ausführlich über die nächsten Schritte berichten.
Almut Feller (Stv. Vorstandsvorsitzende)
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