Verband der Oecotrophologen e.V. (VDOE)
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Erschienen in der VDOE POSITION 1/2009
Frau Dr. Wendt, essen Sie gerne Fast Food und welches sind Ihre Favoriten?
Ich schätze die Vielfalt, die wir heute in Bezug auf Essen haben und nutze das auch voll aus. Von Fast Food bis Slow Food steht alles auf meinem Speisezettel. Meine Favoriten bei McDonald’s sind Pommes, Royal Käse, Fisch Mäc und die Salate.
Das Feindbild Fast Food gilt vielen – auch Oecotrophologen – noch immer als Inbegriff von Fehl- und Überernährung. Wie sieht man das als Oecotrophologin und Leiterin des Qualitätsmanagements von McDonald´s Europa?
Wenn es um das Thema ausgewogene Ernährung geht, setzt unser Unternehmen auf drei Standbeine, die von mir als Oecotrophologin absolut getragen werden:
Gerät man gerade nach außen hin häufiger unter Rechtfertigungsdruck, wenn man als Oecotrophologin für ein Fast-Food-Unternehmen arbeitet? Wenn ja, wie gehen Sie damit um?
Rechtfertigungsdruck spürt vermutlich schon jeder Oecotrophologe während des Studiums, wenn die Frage gestellt wird, was man überhaupt mit so einem Studium machen möchte oder ob nicht eine studierte Hausfrau etwas altmodisch wäre! Auch heute begegnen mir immer wieder Leute, die Fragen, Vorurteile oder feste Meinungen zu Fast Food oder unserem Unternehmen haben. Mit Informationen, Fakten und Beispielen kann man Dinge richtigstellen, überzeugen und viele positive Diskussionen führen. Ich stehe hinter meiner Arbeit, meinem Unternehmen und den Produkten, die wir verkaufen, und kann damit auch positiv auftreten.
Wie sind Sie zu McDonald´s gekommen und was sind dort Ihre Hauptaufgaben?
Ich habe nach meiner Promotion in der Abteilung Qualitätssicherung bei McDonald’s Deutschland begonnen und schnell erkannt, dass die Grundlagen und Fähigkeiten, die ich während des Studiums erworben habe, perfekt zu den unterschiedlichen Aufgabenbereichen und Fragestellungen passten. Im Laufe der Jahre konnte ich mich im Unternehmen sehr gut weiterentwickeln und habe schließlich den gesamten Bereich Einkauf und Qualitätssicherung für McDonald’s Deutschland verantwortet. Seit Januar 2008 leite ich den Bereich Qualitätssicherung innerhalb der Supply Chain für McDonald’s Europa. Für mein Team und mich umfasst dies im Wesentlichen die Aufgabenbereiche Qualitätsmanagement auf Lieferantenseite inklusive Rohmaterialqualität, Definition und Umsetzung von Standards im Bereich Lebensmittelsicherheit und Hygiene, Issue Management sowie Standardisierung von Produktqualität/-sensorik für McDonald’s-Produkte in Europa.
Steht hinter den Bemühungen großer Fast-Food-Anbieter um Nachhaltigkeit und Bio-Qualität ein echtes Anliegen oder geht es nur ums positive Image?
Ob z. B. Salat, Fleisch, Geflügel oder Getreide: Uns liegt daran, schon beim Einkauf der Rohwaren hohe Standards zu setzen. Wir haben ein McDonald’s Agricultural Assurance Programme (MAAP) erarbeitet, das die Standards für die primäre Lieferkette definiert hinsichtlich Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit. Wir tragen eine hohe Verantwortung für mehrere Millionen Gäste am Tag und nehmen diese als Marke sehr ernst. Transparenz und Offenheit sind Kernelemente für die Vertrauensbildung beim Kunden.
Gibt es einen Arbeitsmarkt für Oecotrophologen in der Systemgastronomie?
Die Systemgastronomie bietet viele Beschäftigungsfelder für Oecotrophologen. In unserem Unternehmen sind sie in erster Linie im Bereich Qualitätssicherung, Sensorik, Einkauf und Produktentwicklung tätig. Aber auch Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit sowie Küchenplanung, Geräteeinkauf oder Training sind denkbare Verantwortungsbereiche für Oecotrophologen. Weiterhin arbeiten einige Kollegen im Restaurantmanagement.
Das Gespräch führte Dr. Friedhelm Mühleib
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