Verband der Oecotrophologen e.V. (VDOE)
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Ersc
hienen in der VDOE POSITION 3/2007
Die Schweizerische Eidgenossenschaft entwickelte sich in den letzten Jahren zum interessanten Arbeitsmarkt für Oecotrophologen aus Deutschland. Als EU-Angehörige benötigen Deutsche beim Umzug zwar noch eine Aufenthaltserlaubnis und eine Arbeitsbewilligung. Auf dem Arbeitsmarkt mit einer Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent sind sie den Schweizern jedoch gleichgestellt. Erst auf den zweiten Blick treten die kleinen Unterschiede arbeitsrechtlicher, kultureller und sozialer Art hervor.
Nach dem Zuzug kostet es etwas Mühe, das Versicherungswesen, insbesondere das der Krankenversicherung zu verstehen. In der Regel sind die Leistungen weniger sozial. Die Höhe der Lohnsteuer ist vom Wohnort abhängig, als Ausländer bezahlt man meist eine ortsunabhängige Quellensteuer. Die Lohnhöhe relativiert sich angesichts hoher Lebenshaltungskosten und eines steigenden Euros.
Sprachkenntnisse zahlen sich aus
Wer über den Polenta- und den Röstigraben - so heißen die innerschweizerischen Kulturgrenzen - hinweg ein Netzwerk aufbauen möchte, der ist gut beraten, die Landessprachen Französisch und Italienisch zumindest zu verstehen, auch wenn sich Englisch immer mehr durchsetzt. Während die vierte Landessprache Rätoromanisch im Berufsleben kaum eine Rolle spielt, macht vielen Deutschen das Schweizerdeutsch zu Beginn massiv Probleme.
Drei Beispiele aus der Praxis: Vor sieben Monaten ist die Diplom-Oecotrophologin Claudia Schommer von der Publikumszeitschrift "Ratgeber Frau und Familie" zum Schweizer Fachmagazin "Lebensmittel-Technologie" gewechselt. In Deutschland war sie in einem breit angelegten Themenumfeld für die redaktionellen Schwerpunkte Rezepte, Ernährung und Haushalt zuständig. Nun ist sie verantwortlich für das ganze Heft, das sich mit vorwiegend technischen Inhalten an qualifizierte Leser aus der Lebensmittelindustrie wendet. Der Unterschied ist für sie eher inhaltlich als "national". Zudem sind 60 Prozent der Verlagsmitarbeiter und 80 Prozent der Redakteure Deutsche. In der Pressearbeit zeigen sich die Unterschiede durch den kleinen Markt: Man kennt sich, persönliche Kontakte sind wichtig, so die Redakteurin. Es gäbe sehr viele kleine Unternehmen, die Medienarbeit ohne Presseabteilung "nebenher" erledigen.
Diplom-Oecotrophologin Anja Hilbrig ist als Ernährungsberaterin im Spital Interlaken tätig. Vorher arbeitete sie im Bereich Ernährungsberatung in der Falkenstein-Klinik Bad Schandau. Für Hilbrig gibt es keine fachspezifischen Unterschiede. In der Schweiz ist die Berufsbezeichnung "diplomierter Ernährungsberater HF" geschützt und darf nur mit einer Ausbildung an einer Höheren Fachschule (HF) benutzt werden. Das Verfahren für die Anerkennung des Abschlusses als Diplom-Oecotrophologin ist ein schwieriger Prozess. Ernährungsberater arbeiten meist in Spitälern, zunehmend aber auch in öffentlichen und privaten Institutionen oder freiberuflich. Auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit wird großer Wert gelegt. Spitaleigene Küchen ermöglichen eine enge Zusammenarbeit zwischen der Ernährungsberatung und der Diätküche. Bei der in deutschen Krankenhäusern zunehmende externe Speisenversorgung ist diese Absprachemöglichkeit nur bedingt gegeben. Eine Lehrküche zur Anleitung von Patienten, welche es in den meisten deutschen Kliniken gibt, wäre in der Schweiz wünschenswert.
Respektvoller Umgang
Vor einem halben Jahr hat Christine Brombach aus Karlsruhe an die Hochschule Wädenswil (HSW) gewechselt. In Karlsruhe war die promovierte Oecotrophologin Koordinatorin der Nationalen Verzehrsstudie II an der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel. Hier an der Hochschule ist sie in Forschung und Lehre für den Bereich Consumer Science tätig. In Bezug auf die Hochschularbeit treten zwei Unterschiede hervor: Zum einen ist der Kontakt zwischen Dozenten und Studenten viel intensiver, zum anderen ist die Hochschule sehr gut ausgestattet. Brombach meint, die Schweizer schätzten gute Arbeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Der Umgang miteinander sei höflich und respektvoll. Missverständnisse kommen dann auf, wenn Deutsche die Schweizer Zurückhaltung als Zögerlichkeit oder Unschlüssigkeit fehlinterpretierten.
Wolfgang Schmidberger
wiss. Mitarbeiter Consumer Science Hochschule Wädenswil
Leiter der ÖG Schweiz
Vereine Grenzgänger und Aufenthalter im Internet:
http://www.verein.biz/
Wolfgang Schmidberger
wiss. Mitarbeiter Consumer Science Hochschule Wädenswil
Leiter der ÖG Schweiz
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