Von Projekt zu Projekt

Hartmut König kennt die Höhen und Tiefen der Verbraucherarbeit

 Erschienen in der VDOE POSITION 2/2008

Herr König, Sie leiten die Ernährungsabteilung bei der Verbraucherzentrale Hessen. Wie kamen Sie an diese Stelle?
Es war mehr oder weniger Zufall! Als ich mein Studium 1977 in Hohenheim abschloss, gab es kaum Stellen für Ernährungswissenschaftler. Da ich aber dringend arbeiten musste, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen, nahm ich jede Arbeit an, Hauptsache, sie hatte etwas mit "Ernährung und Lebensmitteln" zu tun. So fand ich mich unter anderem als Küchenhelfer in einer Großküche am Stuttgarter Schlachthof wieder. Danach hatte ich ein kurzes Intermezzo als Diätkoch und Ernährungsberater in einer Kurklinik. 1979 bewarb ich mich auf eine Stellenausschreibung der Verbraucherzentrale Hessen und bekam die Stelle. Dabei hat mir sicher geholfen, dass ich schon damals großes Interesse an Verbraucherschutzthemen hatte.

Haben Sie nach 27 Jahren Verbraucherarbeit eigentlich noch Kontakt zum Verbraucher?
Sicherlich. Zwar nicht mehr in der Einzelberatung, aber im Rahmen von Vorträgen und Podiumsdiskussionen. Wobei der dominante Teil der Beratung eher als Multiplikatorenarbeit zu bezeichnen ist. Hinzu kommt noch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die sich über die Medien ja ebenfalls an die Verbraucher richtet.

Wie sieht Ihr Berufsalltag aus?
Der Tag ist in der Regel voll mit Sitzungen und Koordinierungsgesprächen. Das beginnt mit wöchentlichen Arbeitsbesprechungen im Ernährungsteam oder als Mitglied der erweiterten Geschäftsführung und hört auf bei Koordinierungsgesprächen mit Ministerien oder mit anderen Trägern der Ernährungsbildung. Der Rest besteht aus: Ideen finden für zugkräftige Projekte, Vorbereitung von Förderanträgen, Abstimmen mit möglichen Zuwen-dungsgebern, Antragsstellung, Umsetzen des bewilligten Projektes. Dann folgt die Sisyphusarbeit: Mittelüberwachung, Ausgabenkontrolle und schließlich Verwendungsnachweise und Sachberichte. Ich koordiniere in etwa zehn größere und kleinere Projekte in einem Jahr.

Wie viele Oecotrophologen beschäftigt die VZ Hessen?
Im Ernährungsbereich arbeiten sechs Oecotrophologen. Allerdings sind die meisten nicht voll beschäftigt, sondern haben Arbeitsstellen zwischen 50 und 80 Prozent. Die Kollegen sind unter anderem zuständig für die Presse, die Ernährungsbildung an Schulen, die Beratung und für Info- und Aktionsstände. Außerdem beschäftigen wir noch sechs Oecotrophologen als Honorarkräfte. Zusätzlich arbeiten etwa 15 Diplom-Oecotrophologen als Berater im wirtschaftlichen Verbraucherschutz.

Neben Ihrem Job in der VZ sind Sie auch in anderen verbraucherpolitischen Gremien tätig. Welche sind das?
Ich arbeite in fachbezogenen Gremien und Netzwerkgruppen mit den Landesverbraucherzentralen zusammen. Im beratenden Wirtschaftsausschuss für Außenhandelsfragen beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vertrete ich die Verbraucherseite. In ähnlicher Funktion bin ich seit Ende 1999 für die Verbraucherverbände in die deutsche Lebensmittelbuch-Kommission berufen und wirke in verschiedenen Fachausschüssen mit.

Würden Sie Ihren Berufsweg wieder gehen?
Ja, ich denke schon. Ich kann mir kaum eine spannendere und abwechslungsreichere Arbeit vorstellen.

Das Interview führte Maria Hufnagl

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Interview mit: Hartmut König

Hartmut König hat einen Wunsch für die Zukunft: Er möchte sich verstärkt für eine nachhaltige, regionale und klimagerechte Ernährung einsetzten.

 

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