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"Wie im Theater..."

Auch das Berliner Orgateam (v.l.n.r.: Stephanie Wetzel, Astrid Donalies, Dr. Gunda Backes) freut sich auf das nächste Treffen in München, organisiert durch Sandra Strobel, Christine Röger und Carolin Schambach. Foto: VDOE
Auch das Berliner Orgateam (v.l.n.r.: Stephanie Wetzel, Astrid Donalies, Dr. Gunda Backes) freut sich auf das nächste Treffen in München, organisiert durch Sandra Strobel, Christine Röger und Carolin Schambach. Foto: VDOE

PR-Netzwerkmitglieder blicken hinter die Kulissen der Politik

Erschienen in der VDOE POSITION 1/2007

Mit diesem verblüffenden wie ermutigenden Eindruck verließen die 47 Teilnehmer des 4. PR-Netzwerktreffens am 11. November 2006 den Kirchensaal im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Berlin-Mitte. Den Vorhang gelüftet hatten zuvor sechs Referenten aus den Bereichen Politik, Agentur, Verein und Unternehmen. Mit der Hauptstadt als Treffpunkt war für das diesjährige Thema auch die entsprechende Kulisse gewählt: "Oecotrophologische Themen in der Politik - Gesundheit, Ernährung, Haushalt".

Die Netzwerkleitung in Person von Dr. Gunda Backes, Astrid Donalies und Stefanie Wetzel stimmten 15 der Teilnehmer bereits am Vorabend mit einer Führung durch das Reichstagsgebäude und anschließendem Abendessen thematisch wie atmosphärisch ein.

Vorhang auf!

Heike Friedrich-Hölscher, selbst Oecotrophologin, führte am darauf folgendem Tag in die Grundlagen und Abläufe parlamentarischen Arbeitens ein. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin eines Bundestagsabgeordneten, der Mitglied im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ELV) ist, überraschte sie mit der Aussage: "Diskussionen im Plenum gleichen Inszenierungen, das ist manchmal wie im Theater."

Denn: Die wesentliche Arbeit, so Hölscher, fände vorab in den Fachausschüssen und Arbeitsgruppen statt. Aufgegriffen würden dabei auch Themen, die bereits in den Medien präsent sind. Man arbeite daher auch häufig sehr reaktiv. Sie ermutigte aber die Anwesenden dennoch, als Experten ihre Anliegen vorzubringen. Denn die Abgeordneten seien meist keine Fachleute. Und: Oecotrophologische Themen wie beispielsweise Ernährung sähe man gern als "Alltagsthemen". Fachlicher Input ist also gefragt. Doch wo Gehör verschaffen? Adressaten, meint Hölscher, seien neben den Abgeordneten vor allem die Mitarbeiter. Nur Mut!

Wie kommen Themen auf die Bühne?

Den Kontakt zu den Akteuren im politischen Entscheidungs- und Meinungsbildungsprozess knüpfen auch Politik- und PR-Agenturen. Tanja A. Schüle, Kohl PR & Partner, zeigte auf, wie Themen und Meinungen mittels Public Affairs, einem Spezialgebiet der PR, die politische Bühne erreichen. Wichtig sei dabei, nicht nur Nabelschau zu betreiben. Vielmehr müssen Themen gesellschaftlich relevant und zielgerichtet sein. Dies bestätigte auch Martin Köhler, Unterabteilungsleiter im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), mit seiner Aussage "für verlorene Gelegenheiten in der Politik gibt es kein Fundbüro". Er zeigte die Entwicklung ernährungspolitischer Themen hin zu Strukturen und Wechselwirkungen im politischen Geschehen auf. Köhler bestärkte den VDOE sowie alle Beteiligten, sich noch stärker einzubringen, da auch das BMELV Kampagnen entwickelt und begleitet.

Wie finden unsere Themen den Weg in die Medien? Dagmar Dehmer, Politik-Redakteurin bei der Berliner Tageszeitung "Der Tagesspiegel", gab die Antwort: interessante und aktuelle Themen bekommen den Zuschlag, der Rest wandert in den Papierkorb. Dehmer ist aber auch offen für den persönlichen Kontakt. Nochmals heißt es: Nur Mut!

Lebendiges Netzwerk

Über Kampagnen und Programme als praktische Umsetzung oecotrophologischer Themen berichteten Antje Gahl, Deutsche Gesellschaft für Ernährung, und Harald Seitz, aid infodienst, in ihren Vorträgen.
Abschließende Tipps gab Franz-Martin Rausch, seit über zwei Jahren Leiter des CMA-Hauptstadtbüros. Mit den Worten "Berlin hat eigene Gesetze" umriss er sein Arbeitumfeld treffend. So hat das politische Geschehen in der Bundeshauptstadt einen eigenen Rhythmus. Es brauche Zeit, die Strukturen zu erkennen und Kontakte zu knüpfen. Was zähle, sei Durchhaltevermögen. Und: informelle Kontakte!

Stichwort für Netzwerkleitung und Vorstand, bei den Anwesenden des nunmehr fast 100 Mitglieder starken Netzwerkes wieder mehr Lebendigkeit im Infoaustausch zu fordern. Parallel erarbeiten drei engagierte Mitglieder neue Möglichkeiten zur einfachen Vernetzung. Neu ist, dass Claudia von Schassen sich der Aktualisierung der Netzwerkmappe annimmt und Informationen für neue Mitglieder kanalisiert. Das Netzwerktreffen 2007 organisiert das "Münchener Team" um Sandra Strobel, Christine Röger und Carolin Schambach.

Sandra Wittig, Dresden

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