Netzwerker wollen sich lokal treffen

Die Mitglieder des Adipositas-Netzwerkes möchten noch mehr persönlichen Austausch - auch zwischen den Jahrestreffen. Foto: Dorothea Samuelis-Kadolsky
Die Mitglieder des Adipositas-Netzwerkes möchten noch mehr persönlichen Austausch - auch zwischen den Jahrestreffen. Foto: Dorothea Samuelis-Kadolsky

2. Adipositas-Netzwerktreffen in Frankfurt

Erschienen in der VDOE POSITION 2/2007

21 Mitglieder des VDOE-Adipositas-Netzwerks trafen sich Anfang März 2007 in Frankfurt, um Aktuelles auszutauschen und neue Netzwerkmitglieder kennen zu lernen. Höhepunkt war ein Kurzseminar mit Hubert Spieler, welches allen helfen sollte, das erst zwei Jahre alte Adipositas-Netzwerk lebendig zu gestalten.

Von Anfang an war viel Zeit für persönliche Kontakte eingeplant. Stefanie Gerlach, Leiterin des Arbeitskreises Adipositas, begrüßte die Teilnehmer. Anschließend berichtete Christine Kalthoff über Neues aus der VDOE-Geschäftsstelle. Ein derzeit wichtiges berufspolitisches Feld für die in der Ernährungsberatung und -therapie tätigen Oecotrophologen sind die Regelungen rund um die elektronische Gesundheitskarte, die voraussichtlich in 2009 eingeführt wird. Hier müssen Fragen des Zugriffs für Ernährungsfachkräfte mit den beteiligten Institutionen geklärt werden. Der VDOE ist in den entsprechenden Gremien für seine Mitglieder vertreten.

Gesundheit und Erfolg beginnen im Kopf

Hubert Spieler, selbst Diplom-Oecotrophologe, leitete anschließend das Seminar mit dem Thema "Vom Einzelkämpfer zum Netzwerker: Lohnt sich das?" und "Salutogenese - wie Gesundheit in meinem persönlichen und beruflichen Kontext entsteht". In einer Einführung erläuterte er, was Gesundheit bedeutet: Bereits Plato hat gefordert, dass erst die Seele geheilt werden müsse, bevor der Körper geheilt werden könne. Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiere Gesundheit als einen Zustand, der mehr ist als das subjektive Fehlen von körperlichen Krankheiten und Gebrechen. Auch die geistigen, seelischen, sozialen und ökologischen Bedingungen müssten stimmen. Anhand des Salutogenese-Modells von Aaron Antonovsky und John Travis machte Spieler deutlich, dass Gesundheit nur durch aktives Verhalten des Einzelnen über bewusstes Wahrnehmen, Lernen und Verändern entsteht. Im zweiten Teil übertrug er dieses Modell auf Unternehmen, um dann im dritten Teil überzuleiten auf Netzwerke. Da die Mitglieder des Netzes etwas "unternehmen",  sei laut Spieler auch ein Netzwerk ein Unternehmen. Dieses könne jedoch nicht ohne "Kopf" dauerhaft existieren. Genauso wichtig sei es aber auch, dass alle Beteiligten ihre Fähigkeiten bewusst, freiwillig und zum Wohl des Unternehmens einsetzen. Für das Netzwerk bedeute dies, dass sich seine Mitglieder mit ihm identifizieren und ein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln müssen. Das sei aber schwierig, wenn die Kontakte nur einmal im Jahr persönlich und sonst nur per E-Mail stattfinden.

Ein Jahrestreffen ist zu wenig

Bei einer Ad-hoc-Umfrage unter den Teilnehmern, wo sie derzeit mit dem noch jungen Netzwerk stehen und was ihnen aktuell am wichtigsten sei, kristallisierten sich die folgenden Fragen heraus: "Wo liegen unsere Entwicklungschancen?", "Wie verbessern wir die Kontaktaufnahme?",  "Wie erhöhen wir die Bindung innerhalb des Netzwerks?" und "Wie überbrücken wir die Zeit bis zum nächsten Jahrestreffen?". Zur Ideenfindung schlug Spieler die Bildung von Arbeitsgruppen nach Regionen vor (Nord, Süd, Mitte, Ost und West). Wichtig war dem Fachmann, dass die Vorschläge vom Einzelnen verkraftbar sind, das heißt, dass auch die eigenen Kapazitäten berücksichtigt werden. Denn nur so finde eine Umsetzung der vielen schönen Ideen statt. Ziele müssen konkret bestimmt und innerhalb eines selbst festgesetzten Zeitraumes erledigt werden. Wichtigstes Ergebnis: Die Arbeitsgruppen vereinbarten wenigstens ein lokales Treffen neben dem offiziellen Jahrestreffen.
Die im Netzwerk vorhandenen Kompetenzen sollen zentral erfasst werden, damit ein gegenseitiger Austausch möglich wird. Das nächste Treffen ist für den 8. März 2008 in Frankfurt geplant. Organisiert wird es von Dagmar Stumpf, die schon dieses Treffen mit viel Umsicht gestaltet hat, unterstützt von Dr. Nicole Schmidt-Bodensohn.

Dorothea Samuelis-Kadolsky, Karlsruhe

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