Adipositas-Therapie und Ursachen

Erschienen in der VDOE-Position 2|2013

Adipositas XXL und neue Ansätze der Therapie standen im Mittelpunkt des 8.Treffens des VDOE-Netzwerks Adipositas am 02. Februar 2013 in Frankfurt. 22 Teilnehmer nutzten die Veranstaltung zum intensiven Austausch mit Kolleginnen und Kollegen und knüpften wertvolle und interessante Kontakte. Organisiert wurde das Treffen von Silke Lorenz-Gürtler und Brigitte Issel. 

Dr. Tatjana Schütz, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin vom Forschungsbereich Bariatrische Chirurgie des IFB Adipositas-Erkrankungen in Leipzig, referierte zum Thema „Adipositas XXL – Eine ernährungstherapeutische Herausforderung“. Vorgestellt wurde das Edmonton Obesity Staging System (EOSS), ein klinisches Beurteilungssystem, das in Ergänzung zum Body Mass Index (BMI) den Schweregrad der mit Adipositas assoziierten Komorbiditäten einschätzt und das daraus folgende Adipositasmanagement ableitet. Dabei geben zwei Tools Hilfestellung für das Adipositasmanagement: die fünf A (ask, assess, advice, agree und assist) und die vier M (mental, mechanical, metabolic, monetary). Die fünf A sind ein Tool, um in fünf Schritten die Strategie im Adipositasmanagement zu definieren. Mit den vier M können die Barrieren zu Beginn der Therapie identifiziert werden, um so eine passende und umsetzbare Behandlungsstrategie mit dem Patienten zu finden. Hossein Askari, Geschäftsführer der Center of Genetic Analysis and PrognosisGmbH (CoGAP) in Köln, stellte mit dem Programm „Meta-Check“ einen neuen, nutrigenetischen Ansatz für die Adipositastherapie vor. Mithilfe einer genetischen Stoffwechselanalyse werden individualisierte Ernährungs- und Bewegungsempfehlungen zur Gewichtsreduktion für vier unterschiedliche „Stoffwechseltypen“ gegeben, die die Hauptnährstoffe unterschiedlich metabolisieren (sollen). Neben einer Reduktion von Energie und gesättigten Fettsäuren werden für die Hauptnährstoffe in den vier Kategorien unterschiedliche Energieanteile an der Gesamtenergie empfohlen. Ärzte, Apotheker oder Ernährungsberater können derartige Analysen als Therapiegrundlage nutzen. Im Mittelpunkt der anschließenden Diskussion, moderiert von Dorle Grünewald-Funk, Leiterin des VDOE-Arbeitskreises Adipositas und des Netzwerks Adipositas, stand die Frage, ob Tests zur Erstellung genetischer Profile bereits für Ernährungsberatungen herangezogen werden können. Inzwischen hat der VDOE-Arbeitskreis Adipositas – für Mitglieder des Netzwerks Adipositas – sowohl die Vorträge des Netzwerktreffens als auch ergänzende wissenschaftliche Stellungnahmen zur Genotypbasierten Adipositastherapie und Literaturhinweise im Mitgliederbereich auf der VDOE-Website (www.vdoe.de) zur Verfügung gestellt. Das nächste Netzwerktreffen zum Thema „Psychologische Aspekte des Abnehmens“ im Februar 2014 in Frankfurt organisieren Lucia Deluiz-Ecker und Alexa Sommer.

Sandra Loddo

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