Besuch im WABE-Zentrum

Erschienen in der VDOE-Position 2|14

Am 28. Februar 2014 trafen sich die Mitglieder des Netzwerks Bildung gemeinsam mit den Teilnehmern des Netzwerks Haushaltswissenschaft in einer ganz besonderen Bildungseinrichtung. Der Fachbereich Oekotrophologie der Hochschule Osnabrück, vertreten durch die Professorinnen Dorothee Straka, Elisabeth Leicht- Eckhardt und Maria-E. Herrmann, lud in das WABE-Zentrum ein.

Zunächst präsentierte Prof. Straka das Bildungskonzept des WABE-Zentrums. Ein wichtiges Bildungsziel ist, den Schülern eine nachhaltige Ernährungsweise zu vermitteln. Im Rahmen von Kooperationen mit dem benachbarten Versuchshof und einer Schule der Region lernen die Schüler den vollständigen Produktionsprozess von Lebensmitteln unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsstrategien „ökologisch“ und „regional“ kennen. Dabei werden auch die Studierenden der Fachhochschule einbezogen – sie planen und realisieren Projekte im Bereich der Ernährungsbildung mit den Grundschülern. Anschließend referierte Dr. Christine Küster vom Fachbereich Berufspädagogik und Arbeitslehre der Universität Gießen über das Thema „Kompetenzentwicklung und -messung in der beruflichen Bildung“ mit dem Fazit: Neue Lernkulturen erfordern einen neuen Umgang mit Leistungsbewertungen, die eher handlungsorientiert sein sollten. Nach der Mittagspause mit kulinarischen Kostproben des WABE-Küchen teams durften wir in einer unterhaltsamen Übung unsere Fertigkeiten als Weichkäse hersteller in der Schaukäserei testen. Die Ergebnisse konnten sich sehen und schmecken lassen. Weiter ging es mit einem Beitrag zum kompetenzorientierten Prüfen von Herrn Prof. Harald Grygo von der HS Osnabrück.

Dabei wurde klar, dass die Prüfungspraxis nach wie vor oft nicht den aktuellen Bedürfnissen gerecht wird. Der Fokus wird viel zu sehr auf rezeptives Ler nen gelegt. Ein sinnvolles Prüfungskonzept wäre dagegen die Erstellung handlungsorientierter Konzepte, z.B. ein Konzept für einen Elternabend über Süßungsmittel.

Fazit des spannenden Tages: Die inhaltliche Vorstellung unseres Berufs wird nach wie vor zu sehr auf die Ernährungsberatung reduziert. Oecotrophologen haben eine hohe Sozialkompetenz, sind im Managementbereich sehr gut einsetzbar und daher gibt es viele beruflichen Chanchen. Unser Dank gilt allen, die das Treffen in diesem einzigartigen Rahmen ermöglicht haben, insbesondere dem Team der Hochschule Osnabrück.

Dr. Sabine Poschwatta-Rupp, Gießen

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