ÖG Berlin / Brandenburg: Adipositas – was bringt die Chirurgie?

(28.08.13) 

Zu Beginn des Jahres trafen sich zehn Oecotrophologinnen der ÖG zum Vortrag von Dr. Martin Susewind, Leiter des Adipositaszentrums der MIC-Klinik Zehlen dorf, der über das Thema „Bariatrische Operationsverfahren“ referierte.

Nach einer Einführung über herkömmliche Therapien der Adipositas stellte Dr. Susewind die wichtigsten bariatrischen Operationsmethoden vor. Dabei beschrieb er zunächst die sogenannten restriktiven Verfahren, zu denen Magenballon, Magen band und Schlauchmagen gehören. Beim Magenband z. B. handelt es sich um ein Silikonband, das um den Magen liegt, wobei der Umfang angepasst werden kann. Mit dem Magenband können durchschnittlich 40–54% des Übergewichts in zwei Jahren reduziert werden; die Komplikationsrate beträgt etwa 20 %. Beim Schlauchmagen wird der Magen längs durchtrennt und entfernt, die verbleibende Füllmenge beträgt ca. 70 ml; die Gewichtsreduktion nach 12 Monaten beläuft sich auf ca. 61 %. Der Vorteil dieser OP ist ein reduzierter Ghrelinspiegel, bei dem der Appetit sinkt. Beim Magenbypass werden Restriktion und Malabsorption kombiniert. Die Füllmenge des Magens beträgt nach Bypass noch ca. 20 ml bei einer durchschnittlichen Gewichts reduktion von 70 % in 12 Monaten. Beim Magenbypass müssen Vitamine substituiert werden, inbes. Vit. B12, da der Intrinsic Faktor fehlt. Die Komplikationsrate beträgt 1–2 %.

Studien untermauern die Wirkung der Adipositaschirurgie. So zeigte die schwedische SOS-Studie (1997–2001), dass die Gewichtsreduktion bei Bariatrie nach 15 Jahren immer noch bei 25 % lag, wohingegen diese bei der konservativen Therapie bei 2 % lag. Die maßgebliche Reduktion erfolgt in den ersten beiden Jahren nach der OP. Danach besteht die Tendenz erneuter Gewichtszunahme. Ernährung und Bewegung sind dann probate Mittel, um eine dauerhafte Gewichtsreduktion zu erzeugen. Eine weitere Studie aus den USA (Buchwald-Studie, 2001) an 22.094 Patienten zeigte, dass sich die diabetische Stoffwechsel situation bei 78 % der Patienten durch den Magen bypass verbessert hatte. Bei einem Groß teil der Patienten wurde eine komplette Remission diagnostiziert.

Doreen Deters, die die Veranstaltung organisiert hatte, und Dr. Susewind berichteten abschließend von der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Ernährungswissenschaftlern in der MICKlinik zum Vorteil der Patienten.

Autorin: Doreen Deters

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