BerufsVerband Oecotrophologie e.V. (VDOE)

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Offener Brief: Finanzieller Schutzschirm für Heilmittelerbringer

Auf die Verlautbarung des Bundesgesundheitsministers vom Osterwochenende, einen weiteren finanziellen Schutzschirm zu planen, um die Einnahmeausfälle von Heilmittelerbringern, Zahnärzten und Reha-Einrichtungen für Eltern-Kind-Kuren abzufedern, haben wir gemeinsam mit VDD, VFED und QUETHEB einen offenen Brief an Bundesminister Jens Spahn gesandt.

(16.04.20) 

Sehr geehrter Herr Bundesgesundheitsminister Spahn,

wir, die maßgeblichen Verbände im Bereich der Ernährungstherapie, freuen uns sehr, dass Sie in der Corona-Pandemie mit einem Schutzschirm die Heilmittelerbringer, Zahnärzte und Reha-Einrichtungen un-terstützen. Ihre Aussage, „Alle, die im Gesundheitswesen arbeiten, brauchen gerade jetzt unsere volle Unterstützung.“ können wir nur unterschreiben.

Wir erlauben uns, auch auf die ambulanten Kräfte in der Ernährungstherapie hinzuweisen: die Diätassis-tent*innen und dafür spezialisierte Ernährungswissenschaftler*innen bzw. Oecotropholog*innen. Diese arbeiten überwiegend als Solounternehmen und erleiden in der Corona-Krise Einkommensausfälle bis zu 100 Prozent. Noch dazu handelt es sich von Seiten der Kassen um eine sogenannte „Kann-Leistung“ nach

§ 43 SGB V. Die Beratungsstruktur in der Ernährungstherapie ist also besonders fragil – aus unserer Sicht droht für die Berufsgruppe während der Pandemie eine Masseninsolvenz. Um diese zu verhindern, halten wir es für geboten, die genannten Akteure in der ambulanten Ernährungstherapie gezielt zu unterstützen.

Außerdem bedarf es einer schnellen und unbürokratischen Regelung dazu, wie Patient*innen im ambulanten Sektor Zugang zur dringend nötigen Ernährungstherapie erhalten. Denn Betroffene müssen die Beratung vorfinanzieren und viele Menschen können das – bedingt durch Einkommensausfälle in der Corona-Krise – nicht mehr leisten. Entfällt aber die Ernährungstherapie im ambulanten Sektor, etwa für onkologische Patient*innen, solche mit Lebensmittelallergien, chronischen Darmerkrankungen oder Niereninsuffizienz, bedeutet dies nicht nur persönliches Leid: Es erhöht massiv das Risiko für krankenhauspflichtige Komplikationen und zieht schlechtere Prognosen, Mehrkosten und Fehlzeiten am Arbeitsplatz nach sich. In diesem Zusammenhang muss wohl kaum erwähnt werden, dass Menschen mit den genannten Vorerkrankungen besonders von schweren Verläufen einer COVID 19-Erkrankung bedroht sind, was eine gute ambulante Nachbetreuung zwingend nötig macht.

Wir bitten Sie daher, den Bereich der Ernährungstherapie explizit in den Rettungsschirm einzubeziehen. Einige Erläuterungen zum Hintergrund für diesen Appell haben wir auf der folgenden Seite beigefügt.

Für Rückfragen stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen

Hier finden Sie den offenen Brief als pdf mit Signaturen und Logos

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