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PR-Netzwerktreffen: In der Krise hilft nur Offenheit

Das Organisationsteam des 11. PR-Netzwerktreffens: Gabriela Freitag-Ziegler, Julia Güttes, Sarah Leinweber und Andrea Kornblum
Das Organisationsteam freut sich über ein gelungenes Netzwerktreffen: Gabriela Freitag-Ziegler, Julia Güttes, Sarah Leinweber und Andrea Kornblum (v.l.n.r.).

Erschienen in der VDOE POSITION 1|14

„Dioxin, EHEC, Pferdefleisch – Kommunikation in der Krise“ – so lautete das Thema des 11. PR-Netzwerktreffens, zu dem Ende November 2013 knapp 40 Mitglieder in die Bonner Andreas Hermes Akademie gekommen waren. Dabei waren sich die hochkarätigen Referenten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Verbraucher verbände und Agenturen einig, dass es zur effizienten Lösung künftiger Krisen im Lebensmittelbereich insbesondere mehr Offenheit und Dialog zwischen allen Beteiligten braucht.

Wann ist eine Krise eine Krise? Diese Frage durchzog wie ein roter Faden die gesamte Diskussion. Nicht alles, was öffentlich zur Krise oder zum Skandal hochstilisiert wird, verdient diese Bezeichnungen. Nicht selten werden schon Verstöße z. B. gegen Bestimmungen des Kennzeichnungsrechts ohne gesundheitliche Gefährdung der Verbraucher von den Medien zur Krise hochgeschrieben. Dem sollten, so die Oecotrophologin Julia Sturmfels, Senior Consultant, AFC Risk & Crisis Consult GmbH, die Unternehmen der Ernährungswirtschaft in erster Linie mehr aktive Vertrauensbildung entgegensetzen, um so die eigene Glaubwürdigkeit zu erhöhen.

Bernhard Burdick, Leiter der Abteilung Ernährung in der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V., wies auf die besondere Verantwortung hin, die den Herstellern von Lebensmitteln in einer Zeit zukommt, in der Verbraucher durch die Vielfalt des Angebots zunehmend überfordert sind. Deswegen sei aus seiner Sicht auch eine Verbrauchertäuschung ein Skandal. Auch die Politik, so Burdick, sei hier gefordert und müsse mehr tun, als nach jedem Skandal Punktepläne zu erstellen, die dann schnell wieder in der Versenkung verschwinden. Dem setzte Dr. Robert Schaller, Leiter des Referates „Lebensmittelüberwachung, Krisenmanagement, Ernährungsvorsorge“ beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in seinem Vortrag entgegen, dass die EHEC-Krise Anlass für viele Veränderungen und Verbesserungen im Krisenmanagement gewesen sei. So seien rasch Krisenstäbe gebildet worden, die bei künftigen Krisen eine schnelle und abgestimmte Hand lungsfähigkeit sichern. Kerstin Wriedt, Direktorin bei der MasterMedia Beratungsgesellschaft für Kommunikation mbH, hielt ein ergänzendes Plädoyer für professionelleres Agieren der Unternehmen in der Krisen kommunikation und stellte die Aufgaben auf Agenturseite vor.

DIE KRISE POSITIV NUTZEN

„Die Krise positiv nutzen – geht das?“ Auf diese Leitfrage der abschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Dr. Friedhelm Mühleib, konstatierten die Teilnehmer, dass alle Beteiligten aus den großen Krisen der letzten Jahre viel gelernt hätten. Geschäftsführer Stephan Becker Sonnenschein beschrieb die neu gegründete Initiative Lebensmittelwirtschaft als einen wichtigen Schritt der Ernährungs branche hin zu mehr Glaubwürdigkeit. Anja Tanas, Oecotrophologin und TV-Fachjournalistin, fand durchaus selbstkritische Worte für die Rolle bestimmter Medien in der Krise: „Nur wer hohe Einschaltquoten hat, wird gesendet, und wer echte oder vermeintliche Missstände anprangert, hat die höchsten Quoten.“ Andererseits wies sie aber auch auf die vielen verantwortungsbewussten und kooperativen Journalisten hin. Auch wenn sich die Kommunikation in Krisen nach Meinung der Diskussionsteilnehmer tatsächlich schon stark verbessert hat, war man sich einig: Es braucht künftig einerseits noch mehr Offenheit seitens der (betroffenen) Unternehmen - andererseits aber auch noch mehr Bereitschaft zu seriöser Berichterstattung seitens der Medien.

Das Bonner Organisationsteam des Netzwerktreffens mit Gabriela Freitag-Ziegler, Julia Güttes, Sarah Leinweber und Andrea Kornblum erhielt schließlich für die gelungene Veranstaltung einen großen und verdienten Applaus. Verbunden mit dem Wunsch aus dem Plenum nach insgesamt mehr Zeit zum Netzwerken und etwas weniger festem Programm nahm Kerstin Wriedt den Staffelstab für das nächste Netzwerktreffen im Herbst 2014 mit nach Hamburg.

Dr. Friedhelm Mühleib

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