Ein Werkstudierendenjob ist deutlich mehr, als neben dem Studium Geld zu verdienen. Für Studierende ist es eine gute Gelegenheit, erste Praxiserfahrungen zu sammeln, das Wissen aus dem Studium direkt anzuwenden und echte Einblicke in die Arbeitswelt zu bekommen. Durch den Kontakt mit Kolleg*innen und verschiedenen Veranstaltungen bietet es die Chance, sich ein Netzwerk aufzubauen, welches im späteren Berufsleben hilfreich sein wird. Zudem werden die im Werkstudierendenjob erlernten Softskills, wie Teamarbeit und Kommunikationsstärke, den Berufseinstieg nach dem Studium erleichtern.
Im Interview berichten Tim Schulteis, Vesna Kolaric und Annika Mönig von ihren Aufgaben, Erfahrungen und Highlights als Werkstudierende beim VDOE. Dabei geben sie auch einen kurzen Einblick in ihren Arbeitsalltag und Tipps an Studierende.
Was studiert ihr und wie seid ihr zum VDOE gekommen?
Tim Schulteis: Ich studiere den Masterstudiengang Ernährungswissenschaft an der Universität Potsdam. Davor habe ich im Bachelor Ernährungswissenschaften an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach studiert. Den VDOE habe ich noch im Bachelor kennengelernt. Meine Professorin Frau Prof. Dr. Christel Rademacher hat uns immer dazu bekräftigt, mithilfe von Praktika viele Einblicke in die zahlreichen Tätigkeitsbereiche zu erhalten, in denen man mit einer ernährungswissenschaftlichen Ausbildung arbeiten kann. Sie bekräftigte mich damals, mich für ein Praktikum beim VDOE zu bewerben und erste Erfahrungen im Berufsleben zu sammeln. Nach meinem Praktikum erhielt ich die Möglichkeit als Werkstudent meine Arbeit beim VDOE fortzusetzen.
Annika Mönig: Ich studiere Oecotrophologie im Bachelor an der Fachhochschule Münster. Kennengelernt habe ich den VDOE schon vor meinem Studium, als ich über die Website und den Stellenservice nach einer Praktikumsstelle für mein Vorpraktikum gesucht habe. Meinen Weg in den VDOE fand ich dann letztes Jahr über meine Praxisphase dabei stieß ich auf die Ausschreibung für ein Praktikum in der Geschäftsstelle. Besonders angesprochen haben mich dabei die vielfältigen Aufgabenbereiche sowie die Möglichkeit die Arbeit eines Berufsverbandes kennenzulernen. Wie Tim erhielt auch ich zum Ende meines Praktikums die Chance, als Werkstudentin weiterhin Teil des VDOE-Teams zu bleiben.
Vesna Kolaric: Ich studiere Ökotrophologie im Master an der JLU Gießen und habe im Bachelor Ernährungswissenschaften an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach studiert. Vor meinem Studium habe ich eine Ausbildung und eine Weiterbildung im medizinischen Bereich gemacht und habe unter anderem in einer diabetologischen Praxis gearbeitet, wo ich durch Kolleginnen, auf den VDOE aufmerksam gemacht wurde. Frau Prof. Dr. Christel Rademacher, von der Tim bereits berichtet hat, habe ich vor dem Studium bereits in meiner Fachwirt*innen-Weiterbildung an der Ärztlichen Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung Nordrhein in Düsseldorf kennengelernt. Auch mit ihr hatte ich über das Studium und den VDOE gesprochen.
Vesna Kolaric, wie bist du auf die Werkstudierendenstelle aufmerksam geworden und wie hast du den Bewerbungsprozess erlebt?
Vesna Kolaric: Die Stelle wurde unteranderem über Instagram geteilt. Dadurch habe ich sie vermutlich schneller wahrgenommen als in einem Newsletter, da ich nicht aktiv nach einer Stelle gesucht hatte, sondern eher offen für den “passenden” Job war. Ich habe nicht in Mönchengladbach gewohnt und musste immer zur Uni pendeln, weswegen mich die ausgeschriebene flexible Homeoffice-Stelle in einem Bereich, der mich interessiert angesprochen hat.
Ich habe mich dann zeitnah an meine Bewerbung gesetzt. Innerhalb weniger Tage habe ich eine Rückmeldung und die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch erhalten. Dort wurden alle meine Fragen beantwortet.
Warum habt ihr euch für den VDOE entschieden?
Tim Schulteis: Der VDOE mit seinen Regionalgruppen und Netzwerken sowie Veranstaltungen, vor allem aber der Bereich Weiterbildung, der sich in sehr persönlichem Austausch mit Referierenden und Fachkräften befindet, bietet eine hervorragende Möglichkeit zur Vernetzung und Kontaktknüpfung. Die Karrieregründung und das Berufsleben sind maßgeblich von Kontakten und intra- und interdisziplinellem Austausch geprägt (das zeigt das Beispiel mit Frau Prof. Dr. Christel Rademacher). Die Möglichkeit der Nutzung dieser Vernetzungsangebote, auch als studentische Aushilfe, bietet eine wertvolle Chance, die eigene Person in die Aufmerksamkeit der Fachwelt zu rufen und auch in Zukunft von früh entwickelten Bekanntschaften zu profitieren.
Weiterhin ermöglicht mir der VDOE sehr flexible Arbeitszeiten, sodass sich die Verbandsarbeit mit meinem studentischen Alltag sehr gut vereinen lässt.
Annika Mönig: Für den VDOE habe ich mich entschieden, weil mich die vielfältigen Aufgabenbereiche in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, der Mitgliederverwaltung, der Veranstaltungsplanung sowie im Bereich Weiterbildung besonders angesprochen haben. Darüber hinaus interessierten mich die strukturellen, berufspolitischen und organisatorischen Aspekte des Berufsfeldes, die hinter der Verbandsarbeit stehen.
Während meines Praktikums erhielt ich einen umfassenden Einblick in die verschiedenen Tätigkeitsbereiche der Geschäftsstelle. Die Mitarbeit im Team Weiterbildung machte mir dabei viel Freude, sodass ich mich sehr über die Möglichkeit freute, nach dem Praktikum als Werkstudentin weiterhin Teil des Teams zu bleiben und mich stärker in diesem Bereich zu vertiefen.
Besonders schätze ich die enge Zusammenarbeit mit Kolleg*innen sowie den Austausch mit Mitgliedern und Referierenden. Die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, Einblicke in unterschiedliche berufliche Perspektiven zu erhalten und zur Entwicklung hochwertiger Weiterbildungsangebote beizutragen, macht die Tätigkeit für mich besonders spannend und bereichernd. Die Möglichkeit der flexiblen Arbeitszeiteinteilung sowie die Option, im Homeoffice zu arbeiten, sind zudem sehr attraktive Rahmenbedingungen für einen Werkstudierendenjob.
Welche Aufgaben übernehmt ihr beim VDOE und wie sieht ein typischer Arbeitsalltag von euch aus?
Tim Schulteis: Meine Arbeit im Bereich Weiterbildung umfasst schwerpunktmäßig die Vor- und Nachbereitung der Seminare unseres VDOE-Weiterbildungsangebotes. Das beinhaltet zum Beispiel die Vorbereitung, den Versand und die Auswertung von Seminarevaluationen, die Planung und Einrichtung unserer Seminare sowie den Seminarsupport, bei dem ich die Referierenden und Teilnehmenden unserer Online-Seminare für einen reibungslosen Start technisch begleite.
Im Bereich Zertifizierung unterstütze ich bei der Bearbeitung der zahlreichen Qualifikationsanträge. Weiterhin helfe ich bei verschiedenen Aufgaben in berufspolitischer Richtung aus.
Mein typischer Arbeitstag beginnt mit einem E-Mail-Postfach-Check und der Beantwortung der Anliegen von Kolleg*innen, Referierenden und Seminarteilnehmenden. Danach widme ich mich den verschiedenen Aufgaben, die mir durch meine Arbeitsbereiche bereitgestellt werden. Ein wichtiger Skill bei der Arbeit, den ich in meinem Fall auch erst entwickeln musste, ist eine gute To-Do-Listen-Führung. Eine eigene Weise zu finden, Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit zu sortieren ist der Schlüssel für eine gute Arbeit. Der Austausch mit meinen Kolleg*innen zu ihren Erfahrungen, Tipps und Tricks hilft mir dabei immer noch sehr weiter.
Vesna Kolaric: Ich betreue den Stellenservice und zu den Aufgaben gehört zum Beispiel die Recherche von aktuellen Stellenausschreibungen, Beantwortung von Anfragen für zum Beispiel bezahlte Stellenanzeigen, Beantwortung von Mitgliederanfragen bezüglich des Stellenservice bzw. Stellenmarktes, die Auswertung des Stellenservice am Ende des Jahres sowie die Erstellung und Veröffentlichung des Stellenservice-Newsletters.
Was war bisher euer größtes Highlight und welche Herausforderung hat euch besonders gefordert?
Annika Mönig: Einige Highlights waren, Seminar-Supports die optimal verliefen, es Zeit für den Austausch mit den Referierenden gab oder wir Hürden gemeinsam im Team bewältigten. Herausforderung und Highlight zugleich waren für mich größere Aufgaben wie das Erstellen einer Umfeldanalyse oder eines Zwischenstands aller Evaluationen. Zu den Highlights gehörten auch das eine oder andere Get-together nach Feierabend mit Kolleg*innen.
Tim Schulteis: Mein persönliches Highlight war der technische Support des Online-Jubiläums-Minisymposiums „20 Jahre VDOE-Arbeitskreis Adipositas“ im Jahre 2024. Anders als in den VDOE-Seminaren, die üblicherweise rund 20 Teilnehmende umfassen, waren bei dieser Veranstaltung über 140 Personen und das gesamte Geschäftsstellenteam anwesend. Zu Beginn der Veranstaltung gab es ein technisches Problem, welches ich trotz meiner sehr starken Nervosität lösen konnte. Mein damaliger Kollege Thomas hat mir daraufhin virtuell auf die Schulter geklopft. Das war sehr einprägsam.
Was habt ihr durch euren Werkstudierendenjob gelernt, das euch auch für euren weiteren Berufsweg weiterhilft?
Annika Mönig: Ich habe viel dazugelernt, was eigenverantwortliches Arbeiten, das Strukturieren von Aufgaben sowie den Kontakt mit Mitgliedern und Referierenden und das Arbeiten im Team betrifft. Auch das Halten von Seminarsupports hat mich aus meiner Komfortzone gelockt und mir dabei geholfen, sicherer vor einer Gruppe von Menschen zu reden. Darüber hinaus konnte ich das Arbeiten mit Microsoft Office vertiefen und einige neue Anwendungen dazu lernen. Dies ist eine sehr hilfreiche Fertigkeit für den weiteren Berufsweg und erleichterte mir bereits beispielsweise das Arbeiten an meiner Bachelorarbeit.
Tim Schulteis: Für mich ist es ebenfalls vor allem das eigenverantwortliche Arbeiten und wie vorher erwähnt, eine gut strukturierte Arbeitsweise zu pflegen. Die wertvollen Kontakte zu Referierenden aber auch zu Seminarteilnehmenden und anderen Ernährungsfachkräften hat mir schon sehr früh eine gute Grundlage für mein eigenes Netzwerk geschaffen, das es nun weiter zu vergrößern und zu wahren gilt.
Weiterhin konnte ich meine Kompetenzen im Umgang mit der IT, hinsichtlich Datenorganisation, Cyber Security und Coworking maßgeblich verbessern.
Was hättet ihr gerne vor eurem Start als Werkstudierende gewusst und welchen Tipp würdet ihr anderen Studierenden geben?
Annika Mönig: Ein Werkstudierendenjob ist eine hervorragende Gelegenheit, bereits Einblicke in das Berufsleben zu gewinnen, sich zu orientieren und das Studium besser zu finanzieren. Als Student*in sollte man sich jedoch bewusst sein, dass es in lernintensiven Phasen neben dem Vollzeitstudium ggf. zeitlich knapp und stressig werden kann, nebenbei noch zu arbeitet.
Tim Schulteis: Ein guter Tipp zur Vorbereitung auf die Arbeit als Werkstudierende, aber auch für die Büroarbeit im Allgemeinen, ist es, sich bestmöglich zu den wichtigsten Funktionen und vor allem zu den Kniffen und Tricks bei der Nutzung der Office-Programme zu informieren. Es gibt super viele spannende Funktionen, bei denen es sich absolut lohnt, sie direkt zu kennen und anzuwenden, statt die umständliche Mehrarbeit zu bereuen, die durch diese Funktionen oftmals hätten vermieden werden können. Mein ehemaliger Kollege Thomas hat mir immer gesagt: „Wenn das Bauchgefühl sagt “Das muss doch (mithilfe einer Funktion) einfacher gehen können.” gibt es meist auch eine Funktion, die das kann.“
Vesna Kolaric studiert Ökotrophologie im Master an der JLU Gießen. Beim VDOE betreut sie den Bereich Stellenservice.
Annika Mönig studiert Oecotrophologie im Bachelor an der Fachhochschule Münster. Nach ihrem Praktikum beim VDOE blieb sie als Werkstudentin Teil des VDOE-Teams und unterstützt das Weiterbildungsteam.
Tim Schulteis studiert Ernährungswissenschaft im Master an der Universität Potsdam. Nach seinem Praktikum im Jahr 2024 unterstützt er den VDOE als Werkstudent im Bereich Weiterbildung.