Kerstin Seefeldt, Key Account Managerin ePharma, Danone

Kerstin Seefeldt, Key Account Managerin ePharma, Danone

Mit welchen drei Worten würden Sie sich beschreiben?

Optimistisch – tatkräftig – ehrlich

Wie gestaltet sich Ihr beruflicher Werdegang? Welche wichtigen Stationen haben Sie geprägt?

Ich bin in Braunschweig geboren und dort zur Schule gegangen. Nach dem Abitur 1992 führte mich der ZVS-Bescheid nach Kiel zum Ökotrophologie-Studium. Das Thema gesunde Ernährung zog sich bereits durch meine Jugend, und die abschließende Diplom-Arbeit mit dem Thema „Definition der mediterranen Ernährung – Eine empfehlenswerte Diät zur Prävention von koronaren Herzerkrankungen?“ war sicherlich die Krönung meines Interesses. Worauf ich besonders stolz bin, ist, dass meine Diplom-Arbeit mit dem OECOTROPHICA-Preis ausgezeichnet wurde.

 

1998 begann meine berufliche Laufbahn bei Hansa-Tiefkühlmenü. Dort arbeitete ich in der Ernährungsberatung für verschiedenste Kundengruppen – Kitas, Essen‑auf‑Rädern‑Diensten, Betriebskantinen – und führte Schulungen (Gesunde Ernährung oder HACCP-Einführung) durch. Mein Verkaufsgebiet umfasste NRW, Hessen und Thüringen und führte dementsprechend zu einer großen Reisetätigkeit.

 

Nach dem Aufkauf durch Apetito wechselte ich in den direkten Vertrieb und arbeitete dort rund zehn Monate für den Bereich „Apetito Menü“. Meine Zielgruppe waren ambulante Pflegedienste und Anlaufstellen für Seniorenberatung. Ich habe viel über den Verkauf gelernt – gleichzeitig aber gemerkt, dass diese Vertriebsarbeit mir keine direkte Freude bereitet.

Gerade diese Erfahrung hat mir Mut gemacht, mir ein Arbeitsfeld zu suchen, das wirklich zu mir passt.

 

Anschließend wechselte ich zur Firma Findus und betreute spezialisierte Produkte für die Dysphagie-Versorgung in der Gemeinschaftsverpflegung (Krankenhäuser/ Senioreneinrichtungen). Findus ist ein Spezialist in diesem Bereich und die Arbeit vertiefte meine Begeisterung für den Vertrieb. Im Zuge einer Umstrukturierung wurde meine Stelle nach drei Jahren leider gestrichen.

 

Nach drei Monaten ohne berufliche Anstellung, startete ich 2005 bei Primmer Nutricia im wissenschaftlichen Außendienst für Kliniken in Berlin und Brandenburg. Ein privater Umzug nach Berlin stand an – ein großer Neuanfang, der privat wie beruflich ein absolutes Hoch darstellte. Diese Erfahrung zeigte mir, sei mutig und wage einen größeren Schritt.

 

Die vertriebliche Arbeit auf Intensivstationen, onkologischen und neurologischen Stationen war sehr spannend und eindrucksvoll für mich. Produkte, die Patient*innen helfen, wenn normale Ernährung nicht mehr möglich ist, gaben meiner Tätigkeit echten Sinn.

Porträt von Kerstin Seefeldt, weiße Frau mit kurzen braunen Haaren, trägt eine Brille und ein blaues Polo-Shirt. Lächelt in die Kamera.
Kerstin Seefeldt, © privat

Seit 2007 gehört Nutricia zu Danone. Intern konnte ich mich im Referententeam bei unseren Kunden-Fortbildungen einbringen. Die Tätigkeit als interne Referentin hat mir sehr viel Freude bereitet und zeitgleich habe ich viel über Gruppendynamik gelernt. Nach der Geburt meiner Tochter nahm ich ein Jahr Elternzeit und kehrte anschließend in Teilzeit (80%) in mein Verkaufsgebiet zurück – ein sehr wertvoller Lebensabschnitt für mich, den ich nicht missen möchte.

 

Während der Corona-Zeit wandelten sich Prozesse rasant: plötzlich digital, neue Systeme, neue Formate für medizinische Fachkräfte. Dieser Umbruch machte mich noch offener für Veränderungen und technologische Weiterentwicklungen.

 

2022 wechselte ich in eine neue Hybrid-Rolle mit einem 50/50‑Split aus Sales und Multi Channel Engagement (MCE). Diese neu geschaffene Position ermöglichte es, Außendienst und digitale Kommunikation enger miteinander zu verbinden. Ab diesem Zeitpunkt arbeitete ich auch wieder Vollzeit.

 

Im MCE‑Team koordinierten wir die Kommunikationswege medizinischer Fachkräfte über verschiedene digitale und persönliche Möglichkeiten. Meine Aufgabe bestand darin, digitale Maßnahmen für den Außendienst zu koordinieren und umzusetzen. Dadurch konnten Aktivitäten gezielter und effizienter umgesetzt werden, die den Außendienst optimal unterstützten.

 

Zwei Jahre später entwickelte sich meine Rolle weiter in das Omnichannel Engagement (OCE). Im OCE‑Team lag der Fokus darauf, alle relevanten Kontaktpunkte systematisch miteinander zu verbinden – sowohl digitale als auch persönliche.

 

Wir stellten sicher, dass medizinische Fachkräfte eine konsistente und gut nachvollziehbare Kommunikation erhielten. Dazu koordinierten wir die Zusammenarbeit zwischen Außendienst, Marketing und digitalen Aktivitäten, sodass ein einheitliches und klar strukturiertes Gesamtbild entstand.

 

Dieser Wechsel vom Außendienst in den Innendienst stellte einen großen Einschnitt für meine berufliche Tätigkeit dar, den ich aber sehr positiv bewerte. In einem großen Unternehmen ergeben sich immer wieder berufliche Chancen, die ich als Mitarbeiterin ergreifen sollte.

 

2026 kehrte ich zurück zu Sales – aber mit einem deutlich erweiterten Erfahrungsschatz.
Als Key Account Managerin ePharma betreue ich die führenden Online-Apotheken und führe digitale Expertise und Vertriebserfahrung zusammen – das Beste aus zwei Welten.

Wussten Sie schon immer, dass Sie das machen wollen, was Sie heute machen?

Kerstin Seefeldt steht neben einer Menschengroßen Pappwand in Form eines Nutricia Produktes. im Hintergrund sind auf dem Tisch lilane Becher mit Produktproben aufgestellt.
Kerstin Seefeldt präsentiert die Brand Nutricia auf einer Veranstaltung, © privat

Nein, überhaupt nicht. Als Jugendliche hatte ich sehr unterschiedliche Berufsideen – von Kommissarin über Archäologin bis Konditorin. Ernährung hat mich jedoch schon früh fasziniert. Seit dem 15. Lebensjahr bin ich Vegetarierin und mein naturwissenschaftliches Interesse führte mich zum Leistungskurs Ernährungslehre.


Als Einzige meines Abitur-Jahrgangs habe ich schließlich Ökotrophologie studiert – ein Weg, der sich als absolut passend herausgestellt hat.

Was mögen und schätzen Sie an Ihrem Beruf am meisten?

Ich schätze besonders die Kombination aus unterschiedlichen Themen: naturwissenschaftliche Inhalte, wirtschaftliches Denken, Koordination und strategische Gestaltungsmöglichkeiten. Dazu kommen Flexibilität, Interdisziplinarität und die Möglichkeit, messbare Ergebnisse zu erreichen.

Welchen Tipp würden Sie Studierenden Ihres Fachbereichs mit auf den Weg geben?

Ich würde Studierenden raten, über die klassischen Jobvorstellungen hinauszudenken. Die Ökotrophologie eröffnet unglaublich viele Wege. Folgt euren Leidenschaften und seid offen für Unternehmen – dort erwarten euch vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten.

 

In meinem Fall hat sich gezeigt: Man hilft Patient*innen/Konsument*innen oft nicht im direkten Gespräch, sondern über Umwege – mit innovativen, sinnvollen Lösungen, die ihren Alltag oder ihre Versorgung nachhaltig verbessern.

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