Lea Appenzeller, vlb Landesvorsitzende Baden-Württemberg

Lea Appenzeller, vlb Landesvorsitzende Baden-Württemberg
© Pexels

Mit welchen drei Worten würden Sie sich beschreiben?

Interessiert, kommunikativ & motiviert

Wie gestaltet sich Ihr beruflicher Werdegang? Welches waren und sind wichtige Stationen in Ihrem Leben?

Nach meinem Bachelorstudium Ernährungswissenschaften an der Universität Hohenheim absolvierte ich den Masterstudiengang Ernährungsökonomie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Während meines Studiums habe ich über Praktika Einblicke in verschiedene Tätigkeitsfelder im Bereich Ernährung bekommen. Im Anschluss an den Master durchlief ich nach einem Praktikum auf einem landwirtschaftlichen Betrieb den Vorbereitungsdienst für den höheren landwirtschaftlichen Dienst in Baden-Württemberg (Landwirtschaftsreferendariat). Dies war der Türöffner für meine jetzige Tätigkeit in der Landwirtschaftsverwaltung Baden-Württemberg im Fachbereich Hauswirtschaft und Ernährung. Seit Juni 2024 arbeite ich als Referentin für Diversifizierung und Haushaltsökonomik an der Landesanstalt für Landwirtschaft, Ernährung und Ländlichen Raum (LEL) in Schwäbisch Gmünd.

Eine wichtige Station war mein Berufspraktikum sowie die daran anschließende Masterarbeit bei einer mittelständischen Kaffeerösterei. Ich habe dort viel gelernt (meine Leidenschaft für Kaffee entdeckt), aber auch festgestellt, dass ich mich langfristig nicht in der Ernährungsindustrie sehe. Ebenso lehrreich war mein Berufspraktikum auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Den Beginn der Wertschöpfungskette aus der Warte einer Ernährungswissenschaftlerin bzw. Ernährungsökonomin kennenzulernen, hat meinen Blick auf das gesamte Themenfeld nachhaltig erweitert. Nicht zuletzt waren die 18 Monate Landwirtschaftsreferendariat eine wichtige Station. Diese Zeit hat mir ermöglicht, unterschiedliche Bereiche und Strukturen kennenzulernen und mich gezielt auf meine heutige Tätigkeit vorzubereiten – eine Aufgabe, die mich fachlich fordert und mir gleichzeitig viel Freude bringt. Seit 2023 engagiere ich mich im Jungen Netzwerk und seit November 2025 als Landesvorsitzende der Landesgruppe unseres Berufsverbands dem vlb (Verband der Lehr- und Beratungskräfte für Haushalt und Verbrauch e.V.). Das starke Netzwerk unter den Kolleginnen trägt und bereichert sowohl persönlich als auch beruflich.

Frau steht vor einer Gracht angelehnt an das Geländer und lächelt in die Kamera
© privat

Wussten Sie schon immer, dass Sie das machen wollten, was sie heute machen?

Nein, ganz und gar nicht. Aber ich kannte die Richtung: Ökonomie, Ernährung und Hauswirtschaft waren und sind Themen, die mich interessieren und die mich schon immer begeistert haben. Mit der Zeit haben sich dann Schwerpunkte entwickelt. Über Wege und manchmal vielleicht auch Umwege bin ich an einer Stelle angekommen, die aktuell gut passt.

Was mögen/schätzen Sie in Ihrem Beruf am meisten?

Frau sitzt auf einer Parkbank im Grünen und lächelt in die Kamera
© privat

An meinem Beruf schätze ich vor allem die Aufgabenvielfalt und die Aktualität der Themen, mit denen wir uns ernährungs- und hauswirtschaftlich, politisch sowie gesellschaftlich auseinandersetzen. Meine Aufgaben reichen von der Organisation und Durchführung von Fortbildungen über die Erarbeitung von Materialien in Arbeitsgruppen oder bundesweiten Gremien bis hin zur Beantwortung verschiedenster Anfragen von landwirtschaftlichen Betrieben sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern. Außerdem bietet die Landwirtschaftsverwaltung mit ihren verschiedenen Ebenen – vom Landwirtschaftsamt über Regierungspräsidien oder Landesanstalten bis hin zum Ministerium – eine enorme Bandbreite an Aufgaben und Inhalten, die viel Flexibilität und Entwicklungspotenzial bereithalten.

Was würden Sie Studierenden Ihres Fachbereiches gerne als Tipp mit auf den Weg geben?

Unser Themenfeld ist spannend und bietet viele Möglichkeiten. Die Vielzahl an Studiengängen und die noch größere Vielzahl an Fächerkombinationen rund um Ernährung, Oecotrophologie und Hauswirtschaft ist eine große Chance. Ich möchte Studierende ermuntern, offen zu bleiben und so viel Praxiserfahrungen wie möglich in den verschiedenen Bereichen zu sammeln. Ich bin überzeugt, dass so jede und jeder in diesem wertvollen, praxis- und lebensnahen Themenfeld einen passenden Platz finden und sich stets weiterentwickeln kann.

11
0