Prof. Dr. Christina Heidt hat seit Juni 2025 am Fachbereich Bauen + Leben, Fachrichtung Lebensmitteltechnik, der Hochschule Trier die Professur für Ernährung und Gesundheit inne.
In der Bachelorlehre unterrichtet sie die Module Einführung in die Ernährungswissenschaft, Humanernährung und Ernährungsmedizin. Im Masterstudiengang lehrt sie unter anderem Industrielle Speisenproduktion und Großküchentechnik, Medien- und Kommunikationsmanagement, Projektmanagement sowie Moderation und Präsentation.
Sie studierte Oecotrophologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen (Dipl. oec. troph.) und promovierte 2024 an der Medizinischen Fakultät der Universität Münster zur Dr. rer. medic.
Nach dem Studium war sie in leitenden Positionen in der Lebensmittel- und Gesundheitsindustrie tätig, unter anderem bei Nestlé Health Science und Dr. Schär, wo sie nationale und internationale Geschäftsbereiche im Segment diätetischer Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke verantwortete und anwendungsnahe Innovations- und Entwicklungsprojekte begleitete.
Zuletzt arbeitete sie als Referentin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) am Dienstsitz Bonn. Dort betreute sie unter anderem die koordinierende Fachaufsicht über das Max Rubner-Institut – Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (MRI) und wirkte an Projekten zur Stärkung der Ernährungsforschung sowie zur wissenschaftsbasierten Politikberatung mit.
Wir haben ihr fünf Fragen gestellt:
Mit welchen drei Worten würden Sie sich beschreiben?
Neugierig, verbindend, praxisorientiert.
Wie gestaltet sich Ihr beruflicher Werdegang? Welches waren und sind wichtige Stationen in Ihrem Leben?
Mein beruflicher Weg ist geprägt durch die Verbindung von wissenschaftlicher Fundierung, industrieller Praxis und gesundheitspolitischer Perspektive. Nach dem Studium der Oecotrophologie habe ich mehrere Jahre in leitenden Funktionen in der Lebensmittel- und Gesundheitsindustrie gearbeitet und dort Verantwortung für nationale wie internationale Projekte übernommen.
Parallel dazu hat mich die wissenschaftliche Arbeit nie losgelassen, sodass ich meine Promotion im medizinischen Kontext abgeschlossen habe. Eine weitere prägende Station war meine Tätigkeit im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, wo ich unter anderem Projekte wie die Jod-Informationskampagne sowie Ernährungsforschung für die Politikberatung mitbetreuen konnte. Diese Stationen haben mein Verständnis für angewandte Forschung, evidenzbasierte Entscheidungsprozesse und Wissenstransfer maßgeblich geprägt.
Wussten Sie schon immer, dass Sie das machen wollten, was sie heute machen?
Nein, der Weg war nicht von Anfang an klar vorgezeichnet. Mein Interesse an Ernährung und Gesundheit war jedoch immer präsent. Mit jeder Station ist deutlicher geworden, wie wichtig es mir ist, Wissen zu vermitteln, Brücken zwischen Theorie, angewandter Forschung und Praxis zu schlagen und junge Menschen auf ihrem beruflichen Weg zu begleiten. Die Professur ist daher weniger ein ursprünglicher Plan als vielmehr eine konsequente Entwicklung.
Was mögen/schätzen Sie in Ihrem Beruf am meisten?
Besonders schätze ich die Vielfalt: den Austausch mit Studierenden, die Möglichkeit, angewandte Forschung und aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen als Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis in die Lehre zu integrieren, sowie den direkten Praxisbezug. Es motiviert mich sehr zu sehen, wie Studierende Zusammenhänge erkennen, kritisch hinterfragen und eigene Ideen sowie Lösungsansätze entwickeln. Die Gestaltungsspielräume in Lehre, angewandter Forschung und Wissenstransfer empfinde ich dabei als große Bereicherung.
Was würden Sie Studierenden Ihres Fachbereiches gerne als Tipp mit auf den Weg geben?
Bleiben Sie neugierig, vernetzen Sie sich frühzeitig und scheuen Sie sich nicht, unterschiedliche Wege auszuprobieren. Denken Sie Lebensmitteltechnik und Ernährungswissenschaft nicht getrennt, sondern als sich ergänzende Disziplinen. Fachliches Wissen ist wichtig – genauso entscheidend sind jedoch Kommunikationsfähigkeit, Teamarbeit und der Mut, Verantwortung zu übernehmen. Und: Lernen endet nicht mit dem Studium, sondern begleitet uns ein Leben lang.